Kleine Forscher schauen ganz genau hin

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So macht Unterricht doppelt Spaß: Die Klasse 2a der Grundschule Bermatingen untersucht unter freiem Himmel, was am Fischweiher k
So macht Unterricht doppelt Spaß: Die Klasse 2a der Grundschule Bermatingen untersucht unter freiem Himmel, was am Fischweiher kreucht und fleucht. (Foto: Yvonne Durawa)
Schwäbische Zeitung

Dass es in heimischen Gewässern vor Amphibien nur so wimmelt, ist für die Zweitklässler der Bermatinger Grundschule nix Neues. Gestern sind sie der Sache auf den Grund gegangen, genauer: auf den Grund des Fischweihers bei Bermatingen. Mit einem Biologen des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg bestimmten sie die Tiere, die ihnen dort ins Netz gingen.

„Das sind voll die Rennviecher“, erkennt Sarah auf den ersten Blick. Mit einem feinmaschigen Küchensieb bewaffnet, hat sie zusammen mit ihren Klassenkameraden am Fischweiher nach großen und kleinen Tierchen gesucht. Und sie schnell gefunden. Dass es sich bei dem nichtmal einen Zentimeter großen Wirbellosen um einen sogenannten Taumelkäfer handelt, weiß sie noch nicht. „Die Tiere dürfen die Kinder später selbst bestimmen“, erklärt Ruben van Treeck, der mit dem Fischmobil des Landesfischereiverbandes derzeit Halt in Bermatingen macht. Mit dem Besuch des Biologen soll das Umweltbewusstsein der Kinder, insbesondere für den Gewässer- und Artenschutz geschärft werden. „Als Fischereiverband haben wir auch einen außerschulischen Bildungsauftrag“, sagt Treeck. Auf spielerische Art und Weise erfahren die Kinder jede Menge über ökologische Zusammenhänge des Ökosystems Gewässer.

Grünes Klassenzimmer

Der Unterricht im grünen Klassenzimmer beginnt für die Kinder stets mit Suche nach Tierchen im Wasser. Sind diese eingesammelt, geht’s für die Nachwuchsforscher an die Bestimmung der Kleinstlebewesen. In Gruppen eingeteilt und mit Pinzette, Lupe, Pipette und Microskop ausgestattet, fischen sie Kaulquappe, Larve und Co. aus der Sammelschale und manövrieren sie behutsam in die Petrischale. „Schaut euch die Tiere genau an. Wie viele Augen haben sie, wie viele Beine? Und Fühler?“, gibt Ruben van Treeck den kleinen Forschern mit auf den Weg. So kommen die kleinen, wissbegierigen Forscher schnell ans (Bestimmungs-)Ziel. „Das da ist ’ne Wasserassel!“ rufen sie aufgeregt. „Und das ist ein Taumelkäfer! Wir haben den vorhin aber eigentlich schon Rock’n’Roll getauft.“ Rock’n’ Roll? „Ja weil der so rumzuckt!“, kommt’s wie aus einer Kehle. In der Tat: Taumelkäfer schwimmen in extrem schnellen Kreis- oder Spiralbewegungen umher.

Viel zu schnell ist die Doppelstunde am Fischweiher für die Zweitklässler vorbei. Das Fazit: Toll war’s. Wiederholung: erwünscht. Bis es soweit ist, sind in den nächsten Tagen die Schüler der anderen Klassen in Bermatingen dran.

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