Kleiderladen als Leuchtturm ausgezeichnet

Lesedauer: 4 Min
Die Ehrenamtlichen des Kleiderladens Lydia Stenger, Evi Gräble-Kopp, Dorothea Elbe und Renate Ernet freuen sich über das Preisge
Die Ehrenamtlichen des Kleiderladens Lydia Stenger, Evi Gräble-Kopp, Dorothea Elbe und Renate Ernet freuen sich über das Preisgeld des Leuchtturm-Wettbewerbs. (Foto: Brigitte Walters)
Brigitte Walters

Der CKD-Kleiderladen der Seelsorgeeinheit Markdorf hat beim Wettbewerb des Staatsanzeigers Baden-Württemberg „Leuchttürme für Bürgerbeteiligung“ vor wenigen Tagen einen dritten Preis erhalten. Damit verbunden ist auch ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Das Geld soll für die Digitalisierung des Ladens verwendet werden, kündigte Evi Gräble-Kopp vom Organisationsteam bei einem Pressegespräch am Dienstag an.

Das Markdorfer Projekt hat bei dem Wettbewerb für Furore gesorgt, die drittkleinste Gemeinde von insgesamt 21 Teilnehmern erreichte bei der Online-Abstimmung die zweithöchste Stimmenzahl, mehr Stimmen erhielt nur ein Projekt in Heidelberg. Auf den Wettbewerb machte Gerda Dilger aufmerksam, die ebenfalls zum Orga-Team des Ladens gehört. Die Bürgerbeteiligung steht im Fokus des Wettbewerbs, in diesem Jahr ging es erstmals dabei auch um das Thema Digitalisierung.

Im Laden und im Orga-Team arbeiten derzeit rund 20 Ehrenamtliche, weitere Helfer werden gesucht. Die Zahl der Kunden steigt kontinuierlich, inzwischen kommen wöchentlich weit mehr als 100. Seit drei Jahren gibt es den Kleiderladen in Markdorf, er ist den Caritas-Konferenzen Deutschlands angeschlossen. Sein Konzept ist einfach und nachhaltig. Jeder kann dort einwandfreie, saubere, gebrauchte Damen- und Herrenbekleidung abgeben, ebenso auch modische Accessoires wie Gürtel, Schals und Modeschmuck. Auch Bettwäsche, Handtücher und Vorhänge werden angenommen. Zum Kundenkreis zählen Menschen mit einem schmalen Geldbeutel ebensow wie jene, die einen Beitrag zum Umweltschutz leisten wollen. Mit dem Kleiderladen ist auch eine Begegnungsstätte entstanden, die Ehrenamtlichen beraten nicht nur bei der Kleidungsauswahl, sie haben auch Zeit für Gespräche.

Mit der Bürgerbeteiligung kann der Kleiderladen punkten, zum Thema Digitalisierung werden jetzt die ersten Schritte unternommen. Derzeit werden alle Listen, Berichte und Statistiken handschriftlich oder am heimischen PC erledigt. Es wäre für die Frauen im Laden und für das Orga-Team eine große Erleichterung, wenn der Laden über einen Rechner verfügen würde, stellte Evi Gräble-Kopp fest. Ein Vertreter des Innenministeriums ermunterte die Frauen, einen Zuschussantrag für die Rechner-Ausstattung an die Stadt zu stellen, für diese gibt es dann eine Förderung des Ministeriums. Einige Frauen besuchen bereits einen entsprechenden Fortbildungskurs, dazu gibt es eine Förderung des Landkreises. „Wir können dann anhand der Zahlen schnell nachweisen, wie gut der Laden läuft und müssen nicht zahlreiche Listen addieren“, freut sich Gräble-Kopp auf die technische Verbesserung.

In den vergangenen Monaten war die Resonanz der Kunden so groß, das für das Jahr 2019 auf den Zuschuss von Stadt, Dekanat, katholischer und evangelischer Kirchengemeinde verzichtet werden kann, sagte das Organisationsteam.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen