Kinder sähen Blühwiese in Meersburg ein

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Mit großem Eifer bringen die Kinder des Waldkindergartens Uhldingen-Mühlhofen das Gemisch aus Saatgut und Sand aus, hier soll es
Mit großem Eifer bringen die Kinder des Waldkindergartens Uhldingen-Mühlhofen das Gemisch aus Saatgut und Sand aus, hier soll es im Frühjahr eine Blühwiese mit heimischen Blumen geben. (Foto: Brigitte Walters)
Brigitte Walters

Bunte Blumen für fleißige Bienen: Am Augustinum Meersburg ist am Dienstag auf rund 3 000 Quadratmetern ehemaliger Wiesenfläche Saatgut für eine zukünftige Blühwiese ausgebracht worden. Zum Einsäen waren Kinder aus dem Kinderhaus Daisendorf, dem Waldkindergarten Uhldingen-Mühlhofen und dem Linzgau Kinder- und Jugendheim gekommen.

Das Augustinum verfüge über eine große Grünfläche, also was lag da näher als etwas für die Bienen zu tun, so die Überlegung von Direktor Richard Rheindorf. Ein Imker war schnell gefunden, der im südlichen Bereich des Grundstücks einen Bienenstock aufstellte, doch der war nicht zufrieden, es fehlte Futter für seine Tiere.

Da es ein nachhaltiges Projekt werden sollte, recherchierte Rheindorf weiter und fand Manfred Kraft, den Obmann für Bienenweiden im Landesverband der Badischen Imker, der landesweit in Sachen Blühwiesen unterwegs ist. Nachdem der Maschinenring Linzgau die Fläche vorbereitet hatte, konnte dann am Dienstag die Einsaat erfolgen. Zuerst erklärte Kraft den Kindern, warum im Herbst gesät werde. Es sei ganz natürlich, im Herbst welken die Blumen, die Samenkörner fallen zur Erde. Diese könnten dann keimen und in den Wurzeln sammelt sich demnach Kraft für das Wachsen im Frühjahr.

Leuchtturmprojekt

Doch die Kinder waren nervös, sie wollten endlich säen, einige hatten sogar kleine Eimer für das Saatgut mitgebracht. Doch dies war schon vorbereitet und Kraft zeigte den Kindern, wie sie im schwungvollen Bogen das Gemisch aus Sand und Samen mit den Händen ausbringen sollen. Die Gruppen verteilten sich und dann wurde eifrig gestreut, bei einigen Kindern war der Eimer sehr schnell leer, andere waren da etwas sparsamer.

„Wir haben 561 Bienenarten“, erklärte Manfred Kraft weiter, eine Art davon sei die Honig-Biene, um die sich die Imker kümmern, die anderen Arten haben kaum noch vorhanden. Es sei wichtig, die Wildbienen zu schützen, indem solche Blumenwiesen angelegt werden. Ausgebracht werde nur zertifiziertes Saatgut heimischer, mehrjähriger Wildpflanzen, betonte Kraft.

Mehrjährig deshalb, da Wildbienen teilweise im Boden überwintern, sie würde ein jährliches Umpflügen vernichten. Die Blühwiese am Augustinum sei ein Leuchtturmprojekt, stellte Peter Schmidt, stellvertretender Bürgermeister aus Meersburg fest. Dieses nachhaltige Konzept sollte auch in anderen Gemeinden umgesetzt werden. Er werde den Städtischen Gärtner entsprechend informieren.

Imker gegen Volksbegehren

Er lehne das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ab, bezog Manfred Kraft eindeutig Stellung, da es gegen die Landwirte gehe. Besser sei das Aktionsprogramm der Bundesregierung zum Insektenschutz.

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