Kiloweise Drogen verkauft

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Die Drogen hätten sein Leben ruiniert, sagte der 37-jährige Angeklagte vor dem Landgericht Konstanz.
Die Drogen hätten sein Leben ruiniert, sagte der 37-jährige Angeklagte vor dem Landgericht Konstanz. (Foto: dpa)

Insgesamt 72 Fälle des Handels mit Marihuana und Kokain wirft die Staatsanwaltschaft Konstanz einem 37-jährigen Mann aus Markdorf vor. Gestern begann ein voraussichtlich drei Tage dauernder Prozess vor dem Landgericht Konstanz.

Zu den Anklagevorwürfen äußerte sich der getrennt lebende Vater eines Sohnes gestern nicht. Er räumte aber pauschal ein, seine eigene Kokainsucht mit Drogenverkäufen finanziert zu haben.

Ab Mitte des Jahres 2016 bis Ende vorigen Jahres soll er 70 Mal Marihuana in Mengen zwischen einem halben Gramm und zwei Kilogramm an einen Abnehmer in Markdorf verkauft haben. In einem Fall soll es sich außerdem um den Verkauf von rund 20 Gramm Kokain gehandelt haben. Im Februar dieses Jahres wurden ihm 15 Kilogramm Marihuana guter Qualität geliefert. Da die Ermittler ihm aber bereits durch Telefonüberwachung auf die Schliche gekommen waren, wurden er und der Lieferant festgenommen. Die Droge gelangte somit nicht mehr unter die Leute.

Zuvor sollen ihm im Bereich Markdorf von einem anderen Drogenhändler 650 Gramm Kokain übergeben worden sein. Auch diese Droge konnte nach seiner Festnahme in der Garage eines Anwesens in Salem sichergestellt werden.

Der 37-Jährige berichtete, er habe erst vor drei Jahren angefangen Drogen zu konsumieren. Er habe Speed genommen, was ihn aber gesundheitlich ruiniert habe. Vor einem Jahr habe er angefangen zu koksen, wobei er immer größere Mengen der harten Droge gebraucht habe. Vor seiner Festnahme habe er täglich Kokain im Wert von bis zu 500 Euro konsumiert. In der Haft habe er starke Entzugserscheinungen gehabt. Er wolle aber keine Drogen mehr nehmen: „Das Zeug hat mein Leben ruiniert.“ Er wolle dringend eine Therapie machen und danach wieder ein normales Leben führen. Bis vor einem Jahr habe er noch regelmäßig als Bauhelfer gearbeitet und seinen Lebensunterhalt verdient, sagte er.

Da zwei wichtige Zeugen von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machten, steht noch nicht fest, ob der auf drei Tage anberaumte Prozess zu einem Urteil führen wird. Das Gericht unterbrach die Verhandlung gestern für mehrere Stunden und ordnete an, dass die Prozessbeteiligten zahlreiche Wortprotokolle aus den Ermittlungsakten im Selbstleseverfahren durchlesen sollen. In den folgenden Tagen sollen noch weitere Zeugen und ein Sachverständiger befragt werden.

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