Junge Solisten begeistern Zuhörer

Lesedauer: 4 Min
Schwäbische Zeitung

Mit einem anspruchsvollen Programm hat das Kammerorchester der Musikfreunde Markdorf zahlreiche Konzertgänger am Sonntagabend begeistert. Bei traumhaftem Wetter fand das Konzert zur Freude der Musiker und der Zuhörer im Innenhof des Bischofsschlosses statt.

Von unserer Mitarbeiterin  Laetitia Barnick

Von der berühmten „Bourrée“ von Johann Sebastian Bach bis hin zum Titanic-Song „My heart will go on“ wurde den Zuhörern ein erlesener Querschnitt zwischen klassischer und moderner Musik geboten. Umrahmt wurden die musikalischen Darbietungen von der humorvollen Moderation des Orchesterleiters Hans Jörg Walter. Gleich zu Beginn mit der „Capriol Suite“ von Peter Warlock erfuhr das Publikum interessante Hintergründe des 1930 im Alter von 36 Jahren verstorbenen englischen Komponisten.

Doch dann: „Kein Musiker, der – auch heute noch – etwas auf sich hält, kommt an Johann Sebastian Bach vorbei“, so der Dirigent, und so gab es die h-Moll-Suite des großen Komponisten.

Hierbei brillierte vor allem der Solist Benjamin Binder mit seiner Querflöte und riss das Publikum besonders mit den schwierig zu spielenden perlenden Kapriolen in der berühmten „Badinerie“ zu begeistertem Applaus hin. Dasselbe ist von der jungen, aus Markdorf stammenden Sängerin Marianne Wycisk zu berichten, die nach Beendigung ihres Gesangsstudiums in Frankfurt gerne einmal in ihrer Heimatstadt auftreten wollte. Großen Beifall erntete sie mit Arien aus Lortzings „Zar und Zimmermann“ sowie von Franz Lehàr.

Nach dem Lamentieren der „Alten“ von Wolfgang Amadeus Mozart gab es große Gefühle. Das ursprünglich von Francesco Sartori komponierte „Con te partirò“ wurde von Andrea Bocelli 1995 als „Time to say goodbye“ neu interpretiert. Mitreißend sang Marianne Wycisk den Titelsong des Titanic-Films „My heart will go on“.

Moderne Liebesgeschichte

Melodien aus der “Lustigen Witwe” von Franz Lehàr und Harold Arlens „Zauberer von Oz“ rundeten die Sonntags-Serenade ab. Und zu Harold Arlens „Somewhere over the rainbow“ ließ es sich Hans Jörg Walter nicht nehmen, noch einmal eine kleine Geschichte zu erzählen: „Sie glauben nicht, dass das ein Liebeslied ist?“

Da erfährt das Publikum von einem Film, den der Dirigent neulich gesehen hat, eine moderne Liebesgeschichte mit intensiver E-Mail-Korrespondenz. Und zur Überraschung der Zuhörer sagt Hans Jörg Walter: „Und nun hören Sie ‚Somewhere over the rainbow noch einmal!“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen