In Markdorf hat die Kreativität viel Platz

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Thomas Kekeisen (links) zeigt Dominik Knoll die Floppy-Orgel, die bald Zuwachs bekommen soll.
Thomas Kekeisen (links) zeigt Dominik Knoll die Floppy-Orgel, die bald Zuwachs bekommen soll. (Foto: mas)
Schwäbische Zeitung
Martin Samland

Die Toolbox Bodensee hat bei ihrem Tag der offenen Tür zahlreiche Besucher angelockt. Mit Vorträgen, Technikvorführungen und Mitmachmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen zeigte der Verein eindrucksvoll die Bandbreite seines Angebots.

Die Toolbox ist nicht nur ein Verein, sondern auch ein Haus der Kreativität und vor allem der Technik. Schon vor dem Gebäude begegnen einem am Tag der offenen Tür Drohnen, die über den Vorplatz schwirren. Am Gebäude selbst sind mehrere Antennen angebracht, in den Fenstern sind blinkende Lichter zu erkennen, die zu einem LED-Band gehören, das im Eingangsbereich die Besucher empfängt.

„In diesem Gebäude gibt es sehr viel Action, die man nicht auf den ersten Blick sieht“, sagt Vorsitzender Thomas Kekeisen, der an diesem Tag nicht nur einmal Besucher durch das Haus führt. Damit hat er nicht zu viel versprochen, es gibt tatsächlich viel zu sehen. Im Erdgeschoss können sich Kinder am Lötkolben versuchen und kleine Platinen mit Leuchtdioden bestücken.

Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen, so gibt es beispielsweise neben einem 3-D-Drucker eine CNC-Maschine. Auch stehen diverse Messinstrumente und viel anderweitige Technik für die rund 90 Mitglieder zur Verfügung. Ziel des Vereins ist es, IT-Interessierten einen Raum zum kreativen Denken und Handeln zu bieten. Mit der Bereitstellung von professionellem Equipment und Werkzeug soll die Möglichkeit gegeben werden, die Projekte praktisch umzusetzen.

Da die Mitglieder aus unterschiedlichen Bereichen kommen, gibt es immer jemanden, der sich mit bestimmten Teilbereichen aus-kennt. So werden aus den Einzelprojekten schnell gemeinsame Arbeiten. Vor allem die Jugend profitiert doppelt, weil sie neben dem Knowhow auch die Werkzeuge an die Hand bekommt, die sonst nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern zudem mangels einer eigenen Werkstatt, in weiter Ferne liegen.

Damit die Rahmenbedingungen weiterhin so optimal bleiben, soll weiter investiert werden, wie Kekeisen erzählt. Als Nächstes wird es wohl neue Werkbänke geben. „Wir wollen in allen Bereichen etwas anbieten“, erklärt Kekeisen. Im ersten Stock entsteht in einem der Räume ein Funkraum. Manfred Küchle erklärt dort, welche Spielarten es im Amateurfunk gibt und wo die Schwierigkeiten bei der weltumfassenden Verbindung liegen.

Ein Zimmer weiter schrauben Jonas Otto und Felix Bäder noch an ihren selbst gebauten Drohnen, die sie für die Flugvorführungen einsetzen wollen. Ein Bällebad hat derweil die Kinder in Bann gezogen. „Das fördert auch die Kreativität der Erwachsenen“, sagt Kekeisen mit einem Grinsen. Eigentümliche Musik ertönt plötzlich im Gang. Dort hängt eine Floppy-Orgel aus 45 Diskettenlaufwerken, die gerade das „Star Wars Theme“ spielt. Neben Tech-nikspielereien verfolgen die Mitglieder auch ernstere Projekte. Mit selbst gebauten Feinstaubmessgeräten wird die Markdorfer Luftqualität beobachtet. Im Konferenzsaal gibt es Vorträge über die Heimautomatisierung und einen Einblick in die professionelle Veranstaltungstechnik. Tipps zum Aufbau einer eigenen Firma und andere Vorträge wecken ebenfalls das Interesse der Besucher. Immer mehr Interessierte kommen in die Toolbox und es wird langsam eng. Das freut nicht nur den Vorsitzenden, sondern besonders die vielen Mitglieder, die an diesem Tag ihre Projekte vorstellen.

Wer selbst Interesse hat, ein kreatives Technikprojekt zu verwirklichen, der kann immer donnerstags ab 18 Uhr zu den offenen Vereinsabenden kommen. Weitere Informationen gibt es unter

www.toolbox-bodensee.de

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