Häfler Oberbürgermeister stellt Gemeinsamkeiten von Friedrichshafen und Markdorf in den Fokus

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 Zur Diskussions-Runde „I mein‘ halt“ hat Ernst Arnegger (links) den Oberbürgermeister Andreas Brand aus Friedrichshafen eingela
Zur Diskussions-Runde „I mein‘ halt“ hat Ernst Arnegger (links) den Oberbürgermeister Andreas Brand aus Friedrichshafen eingeladen. (Foto: bw)
Brigitte Walters

Es gibt vieles, was Friedrichshafen und Markdorf verbindet. In beiden Städten gibt es ähnliche Probleme. Das ist das Fazit der Gesprächsrunde „I mein’ halt“, zu der Moderator Ernst Arnegger am Mittwoch den Oberbürgermeister von Friedrichshafen, Andreas Brand eingeladen hatte.

Markdorf sei ihm bereits im ersten Oberbürgermeisterwahlkampf vor zehn Jahren begegnet. Damals sei es ihm als Vorbild für kostenloses Parken genannt worden, bekannte Andreas Brand. Wenn auch nicht die Parkgebühren, so gibt es vieles anderes, das die Städte verbinde. Vieles sei selbstverständlich für die Bürger, vieles sei ihnen gar nicht bewusst, so in den Bereichen Schule, Bildung, Verkehr und Wirtschaft. In beiden Städten gebe es einen starken Siedlungsdruck, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. In beiden Kommunen fehlen Gewerbeflächen für die zukünftige Entwicklung.

Egal ob Friedrichshafen oder Markdorf, die Bürger beklagen das hohe Verkehrsaufkommen. Dabei sei der meiste Verkehr hausgemacht. Ziel-, Quell- und Binnenverkehr habe den größten Anteil, stellte der Häfler Oberbürgermeister fest. So gebe es in Friedrichshafen über 42 000 zugelassene Fahrzeuge, in Markdorf seien es 11 500. Die persönliche Mobilität präge die Region und sei Ursache für den Druck, weitere Straßen zu bauen.

Wie viele Straßen brauchen wir? Wie viel Verkehr vertragen wir, fragte Brand. Die Umfahrung Friedrichshafen der B31 werde im nächsten Jahr fertig. Doch was passiere zwischen Immenstaad und Meersburg? Aufgrund seiner Erfahrungen und seiner Gespräche könne er sagen, dass es kein Geld vom Bund zum Weiterbau der B 31 gebe, solange in es in der Region keine Einigkeit über die Trasse gebe.

Derzeit fließe viel Geld in die Region zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, so werde die Südbahn elektrifiziert. Dabei hatten die betroffenen Kommunen die Planungskosten übernommen, ähnlich werde es jetzt bei der Bodensee-Gürtelbahn weitergehen. „Wir wollen die Bodensee-S-Bahn“, stellte Brand fest, dabei müssten aber Bürger in Kauf nehmen, dass ein Strommast oder ein zweites Gleis in der Nachbarschaft gebaut wird. Zur besseren Vertaktung des Stadtbusverkehr Richtung Markdorf gebe es Gespräche, ebenso zur Verbesserung der innerörtlichen Anbindung. Auch seien die Gespräche zur Schaffung eines Radweges zwischen den beiden Städten auf einem guten Weg. Der Flughafen Friedrichshafen sei für den Wirtschaftsstandort Bodensee existenziell wichtig, weniger für den Tourismusverkehr, entgegnete Brand auf eine Frage zu diesem Thema.

Das Krankenhaus werde weiter gestärkt und ausgebaut, die medizinische Versorgung bleibe stark und stabil und vor Ort. Anschließend erläuterte Brand kurz die Aufgaben der Zeppelin-Stiftung. Dabei machte er deutlich, dass es in den nächsten Jahren elementare Veränderungen in der Autoindustrie geben werde, mit großen Auswirkungen auf die Zulieferunternehmen, die in den beiden Städten Friedrichshafen und Markdorf beheimatet sind.

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