Grandioser Chorklang aus 100 Kehlen

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Den Fans der kirchlichen Chormusik haben die Musikfreunde Markdorf zusammen mit dem befreundeten Kirchenchor „Cantate“ aus dem Schweizerischen Rohrdorf einen großartigen Samstagabend bereitet. Achtstimmiges und Dreichöriges von Schütz, Pachelbel und Mendelssohn waren zu hören. An die 100 Sänger füllten mit ihrem Klang die Nikolauskirche.

Eine achtstimmige Pachelbel’sche Zugabe wählte der Dirigent Thomas A. Friedrich, um sich von Seiten der Musiker für den nicht enden wollenden Applaus am Ende des Programms zu bedanken, den das gekonnte Konzert ausgelöst hat. Vielleicht kam dieser erste Satz vom Psalm 98 „Singet dem Herrn“ jetzt, da sich die Anspannung bei den Aktiven gelöst hatte, noch brillianter daher als in der Konzertmitte. Auch in St. Nikolaus erklang der Choral „Nun danket alle Gott“ – Christian Ringendahl war an der kleinen Orgel im Chorraum mit einer Pachelbel’schen Chaconne zu hören, mit viel Einfallsreichtum registriert.

Der erste Programmteil umfasste Stücke von Komponisten aus dem 20. Jahrhundert: Kyrie und Gloria aus der Markdorfer Chorsingmesse (1951 entstanden) von Willibald Görl und ein Ave Maria und ein Pater noster des ungarischen Komponisten Frigyes Hidas, jeweils vorgetragen von den Markdorfer Musikfreunden unter dem Dirigat von Chordirektor Uli Vollmer.

Besonderes Klangerlebnis

Der Psalm 150 „Alles was Odem hat, lobe den Herrn“ von Ernst Tittel wurde von beiden Chören gestaltet, wobei die Schweizer von der Empore sangen – ein Klangerlebnis der besonderen Art.

Mit dem vierten Programmpunkt kam ein Werk des Schweizer Dirigenten und Komponisten Th. A. Friedrich(geboren 1965) zur Aufführung, moderne Klänge, wie sie dem Markdorfer Publikum eher fremd sind: der Psalm 90 in Kurzversion. Mit dem dazugehörenden Choral, ebenfalls aus der Feder des Schweizers Friedrich, wurde geschickt der Umbau überbrückt, der nötig war, um dem Ensemble der Markdorfer Musikfreunde eine Bühne zu schaffen.

Diese überraschten unter ihrem langjährigen Dirigenten Hans Jörg Walter mit Tänzerischem. Sie spielten die Capriol-Suite von Peter Warlock (1894 - 1930).

Zum Schluss musizierte alles was Stimme oder Instrument hatte das „Jauchzet den Herren“ von Johann Schütz – eine große Leistung. Eine zweite Aufführung folgte am Sonntag in Rohrdorf im Aargau.

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