Gospelkonzert bringt mehr als 3000 Euro

Lesedauer: 4 Min
Das Gospelkonter in St. Nikolaus ließ die Herzen der Zuhörer höher schlagen und die Geldbörsen öffnen. (Foto: nic)
Schwäbische Zeitung
Laetitia Barnick

Nicht nur die Bänke in der Pfarrkirche St. Nikolaus sind am Sonntagabend bis auf den letzten Platz besetzt gewesen, sondern auch die zierliche Wendeltreppe, die zur Orgel führt, habe herhalten müssen – und auch das hat nicht ausgereicht. Das Interesse im Rahmen des Benefizkonzerts mit dem Gospelchor Markdorf zugunsten der Indien-Kinderhilfe Oberschwaben war so groß, dass sogar der Eingangsbereich mit begeisterten Zuhörern gut gefüllt war. Und nicht nur das Publikum war begeistert, auch der Chor, der Chorleiter und die Initiatoren des Kon-zerts zeigten sich beeindruckt von dieser Resonanz. So kamen schließlich sensationelle 3007,29 Euro für die Kinderhilfe zusammen, berichtete ein freudestrahlende Vorsitzende des Gospelchors, Reinhard Nedela, am gestrigen Montagmorgen.

Wie Hans Martin Diemer, Gründer der Indien-Kinderhilfe Oberschwaben, der nach Pfarrer Ullrich Hund die Begrüßungsworte sprach, betonte, habe man im Rahmen der Initiative drei neue Projekte gegründet: Ein Projekt widmet sich der Unterstützung der Heime von Mutter Theresa in Kalkutta, Delhi und Mumbai, das Projekt „Madras“ bietet Rehabilitation für Leprakranke in Zusammenhang mit dem Deutschen Aussätzigen-Hilfswerk an.

Ein weiteres Projekt unterstützt die Befreiung von „Teppichkindern“ zunächst in Madhuban: „Die Kinder in Kalkutta suchen morgens in den Müllbergen nach etwas Essbarem und nach Dingen, die sie verkaufen können. Wir haben eine Schule gegründet, in der sich Schwestern speziell um junge Mädchen kümmern, die eigentlich umgebracht werden sollten!“

Fassungslos nimmt das Publikum diese Informationen auf, um sich dann tief bewegt und mitfühlend der anderen Art von Botschaft, nämlich der musikalischen, hinzugeben. Denn es gibt eine Botschaft, die immer Gültigkeit hat, ganz gleich, wie hoffnungslos die Perspektive aussehen mag: „Don’t fear!“ lautet der erste dargebotene Gospel der engagierten Gruppe um Hans Jörg Walter, nachdem die Sänger singend von draußen durch die große Eingangstür in die Kirche eingezogen sind.

Bei „Kumbaya“ wiegen sich viele Zuhörer im Rhythmus, manche singen sogar laut mit, und andere haben die Augen geschlossen. Und jeder, auch der, der vielleicht nicht englisch spricht, versteht den Text dieses Liedes: „Mein Gott, komm mal vorbei. Einige beten, einige singen, also komm vorbei. Ich brauche dich jeden Tag, falle auf die Knie und danke dir, dass du mal vorbei kommst!“

Mit einigen Liedern, so betont Walter, will er mit seinem Chor auch auf die Probleme unserer Zeit reagieren.

Das Spiritual „Joshua fit the battle of Jericho …“ wurde von Moses Hogan im Hinblick auf eine neue Sichtweise auf die kriegerischen Handlungen in Afrika und im Nahen Osten vertont: „Jericho und Damaskus – wo liegt da der Unterschied?“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen