Gemeinderat erhöht die Friedhofsgebühren

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 Bestattungen in Markdorf sollen nach dem Beschluss der Räte um einiges teurer werden.
Bestattungen in Markdorf sollen nach dem Beschluss der Räte um einiges teurer werden. (Foto: Archiv: Christian Gerards)
Brigitte Walters

Die Friedhofsgebühren werden sich in den nächsten drei Jahren deutlich erhöhen, das hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Ebenso wurde eine neue Friedhofssatzung gebilligt und die höhere Vergütung für das Herstellen der Gräber durch das Bestattungsunternehmen genehmigt.

Laut gesetzlichen Vorgaben der Gemeindeordnung ist die Stadt verpflichtet, möglichst kostendeckende Gebühren für ihre Leistungen von den Nutzern zu erheben, bevor die Allgemeinheit, der Steuerzahler mit dem Defizit belastet wird. Vor neun Jahren wurden die Friedhofsgebühren letztmalig angepasst. In den vergangenen vier Jahren gab es pro Jahr ein durchschnittliches Defizit bei den vier Friedhöfen in Markdorf, Ittendorf, Bergheim und Hepbach von rund 170 000 Euro, das bedeutet, jede Bestattung wird mit 1 700 Euro bezuschusst.

Der Kostendeckungsgrad beträgt nur rund 58 Prozent. Mit den vorgeschlagenen Erhöhungen in den Jahren 2020, 2021 und 2022 soll dieser Satz von 70, auf 75 und etwa 80 Prozent angehoben werden. Kostete bisher die Bestattung in einem Reihengrab auf dem Markdorfer Friedhof 2250 Euro, werden es im nächsten Jahr 3970 Euro, im Jahr 2021 dann 4260 Euro und im Jahr 2022 mit 4540 Euro nochmal etwas mehr. Ähnliche Steigerungen wird es auch bei den Urnengräbern geben.

In den Sitzungen der Ortschaftsräte Ittendorf und Riedheim gab es Kritik an der Höhe der geforderten Grabnutzungsgebühr. Während in Markdorf bisher 1000 Euro berechnet wurden, waren in Ittendorf nur 700 Euro zu zahlen, in Bergheim und Hepbach jeweils 800 Euro. Diese Vergünstigung sollte beibehalten werden, forderte Simon Pfluger (CDU), in den Ortsteilen gebe es auch weniger Aufwand und Komfort. Aufgrund des geringen Einnahmeausfalls, schlug die Verwaltung eine Reduzierung der Gebühr in den Ortsteilen vor. Demnach wird die Grabnutzungsgebühr 2020 in Ittendorf 1624 Euro betragen, in Bergheim und Hepbach 1856 Euro, in den beiden Folgejahren wird es jeweils eine Erhöhung von knapp zehn Prozent geben.

Mit unterschiedlichen Gebühren, werde der Gleichheitsgrundsatz verletzt, die Satzung könnte angefochten werden, warnte Ralph Härtel von der Allevo Kommunalberatung, der die neue Gebührenkalkulation für die Stadt erarbeitet hat. Das sah auch Wolfgang Zimmermann (SPD) so, er halte es für gefährlich eine Satzung mit unterschiedlichen Gebührensätzen zu beschließen. Das Risiko sei überschaubar, meinte Bürgermeister Georg Riedmann. Seiner Meinung schloss sich ein Großteil der Gemeinderäte an, drei stimmten dagegen und fünf enthielten sich.

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