Freiluft-Serenadenkonzert wandert in die Halle

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Freiluft-Serenadenkonzert wandert in die Halle
Freiluft-Serenadenkonzert wandert in die Halle

Hans Jörg Walter lud mit seinen Musikfreunden zur Schlosshofserenade, aus der dann allerdings der unsicheren Witterung wegen ein Hallen-Serenadenkonzert wurde. Das Publikum, darunter viele Fans der „Musikfreunde Markdorf“, kamen trotzdem.

Stücke von Michael Haydn, Luigi Boccherini, Ch. Monteverdi und Henry Purcell standen auf dem Programm. Einen Höhepunkt erlebten die Zuhörer mit dem Boccherini-Konzert Nr. 3 für Violincello und Orchester, am Soloinstrument Irina Wijeyekoon Hechenblaikner. Die Cellistin begann ihre Musikstudien in Sri Lanka und schloss mit dem Mmus (Master of Music Performance) in Glasgow, Schottland ab. Sie arbeitet mit dem Sri Lanka Symphonieorchester zusammen und ist derzeit Stimmführerin der Cello-Gruppe des Bodensee Ärzteorchesters.

Es klingt lieblich, erfrischend, „serenadig“ eben am Sonntagabend in der Markdorfer Stadthalle. Links vorn vor den Orchestermusikern in samargdgrünem, ihren Hauttyp betonenden sommerlichen Abendkleid Irina Hechenblaikner mit ihrem Instrument. Mit weichen großen Gesten kommen die Einsätze des Dirigenten H.J.Walter. Mit Irina ist er auf der sicheren Seite. Souverän ihr Spiel, frei von der Notation. Ihren Blick richtet sie zwischendurch immer wieder nach irgendwo, den Klängen nachhorchend. ihr Spiel ist locker, leicht, flüssig, auch in den schwierigen zweilagigen Passagen.

Im zweiten Satz, dem Adagio, eröffnen die Bratschen mit ihrer warmen, leicht melancholischen Klangfarbe. Gleich werden die übrigen Streicher einstimmen bis zur Dame am Kontrabass ganz hinten. In der Pause spricht ein Musikerkollege die Solistin auf ihre gelungene Kadenz an. Irina strahlt und bedankt sich.

Im Instrumentalkonzert versteht man unter einer Kadenz einen unmittelbar vor dem Schluss eingeschobenen phantasieartigen Teil, meist improvisiert. -Zwei Zugaben gibt es noch in dieser Besetzung, ehe Musiker und Publikum in die Pause gehen. Danach überraschen die Organisatoren mit eine Theater-Einlage nach Hans Sachs: „Der fahrend Schüler ins Pardeis“. Davor auch eine entsprechend archaisch klingende Musik. Das 3-Personen-Stück ergötzt mit seinen gut dar-gebrachten Pointen das Publikum. Die Musiker allerdings müssen anschließend bei Henry Purcells „Abdelazars-Suite“ um ihre muskalische Kondition ringen, ist aus den eigenen Reihen zu hören, man habe an Spannung verloren.

Das schmälert aber den Applaus nicht, der allen Aktiven gilt, auch der noch nicht erwähnten Sopranistinin gelb und die Gastbläsernim Hintergrund bei Teil zwei.

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