Schon beim Einzug mit gesungenem „Halleluja“ schafft der Markdorfer Gospelchor eine besondere Atmosphäre im Kirchenraum.
Schon beim Einzug mit gesungenem „Halleluja“ schafft der Markdorfer Gospelchor eine besondere Atmosphäre im Kirchenraum. (Foto: Martina Wolters)
Schwäbische Zeitung
Martina Wolters

Den Übergang von den wärmenden Sonnenstrahlen draußen in die kühlen Räume der katholischen Kirche St. Georg in Bermatingen hat der Gospelchor Markdorf seinen Konzertgästen am frühen Samstagabend leicht gemacht. Wehte doch ein gesungener Lobpreis beim Einzug des Klangkörpers herein, der sogleich eine besondere Atmosphäre schuf.

Flott und fröhlich luden 51 Stimmen zum Mitklatschen. „Sing and Shout“ intonierten sie und die Sangesfreude übertrug sich schnell auf die rund 150 Zuhörer im Kirchenschiff. Das anspruchsvolle Repertoire reichte vom getragenen bis zum peppigen Liedgut der Freiheitsgesänge afrikanischer Sklaven in Nordamerika. Traditionelle Spirituals wechselten sich mit weniger bekannten Gospels ab. Soloparts von Jutta Blank, Angela Eberspächer, Horst Günther und Rainer Schönitz würzten das Konzert genau wie die Beiträge der Instrumentalisten Reinhard Gunz am Klavier und Juan Moreno am Schlagzeug.

Besonderen Enthusiasmus legten die Chorsänger in die Botschaft ihres gesungenen Gebetes der Kinder („Prayer of the Children“), die unter Krieg und Hunger leiden müssen. „Könnt Ihr die Stimmen der Kinder hören, die leise nach Wiederherstellung ihrer zerstörten Welt flehen“, klang es anrührend aus dem Altarraum. Ein intensives Gänsehautgefühl machte sich breit im gesamten Kirchenraum.

„Wir hoffen, dass wir Sie im wahrsten Sinne des Wortes be(G)eistern können“, wünschte sich der ansagende Tenor Hermann Schwarz. „Gospelmusik ist das Antibiotikum für die Seele“, war er sich sicher. Dass die Wirkung der Musik noch größer ist, wenn man selber singt, davon konnte sich die Zuhörerschaft mehrfach überzeugen. Dreistimmig ließ der erfahrene Chorleiter Hans Jörg Walter beispielsweise die verblüfften Gäste „den bekannten Protestsong „We Shall Overcome“ selbst darbringen und verschaffte ihnen damit ein besonderes Klangerlebnis. Von Walter höchst engagiert dirigiert, erfüllte das Konglomerat aus Chormitgliedern und mitsingendem Publikum das Gotteshaus mit einem großen „Amen“. Auch wenn Walter den Song „Free at Last“ als weniger bekannt einstufte, leitete er die Besucher an mit ansteckendem musikalischen Eifer. Das mehrstimmige Resultat konnte sich hören lassen.

Auch nach fast zwei Stunden Non-stop-Gesang hatten die Konzertbesucher noch nicht genug und applaudierten weitere gesungene Lobpreis herbei. Mit ihren Zugaben bedankte sich die Sängerschaft bei ihrem aktiven Publikum. Mit „Geschenkkörble“ und Weinpräsenten wurden das gekonnte Dirigat und feinfühlige Begleitung von Schlagzeug und Klavierklängen gewürdigt.

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