Ein Stadtbus soll durch Markdorf rollen

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 Ein Stadtbus wie hier in Überlingen soll auch bald in Markdorf eingesetzt werden.
Ein Stadtbus wie hier in Überlingen soll auch bald in Markdorf eingesetzt werden. (Foto: Archiv: Schopf, Matthias)
Brigitte Walters

Die Stadtverwaltung soll die ersten Schritte zur Einführung eines Stadtbus-Systems erledigen. Dies hat der Markdorfer Gemeinderat am Dienstag mit großer Mehrheit beschlossen.

Gemäß dem Auftrag des Gremiums hatte die Verwaltung erste Informationen zusammengetragen. Das waren rechtliche Rahmenbedingungen zu Ausschreibung und Vergabe, Erfahrungen aus Radolfzell und Donaueschingen.

Ein Stadtbus-System trage sich nicht allein, die öffentliche Hand müsse zuschießen, das sei immer und überall so, stellte Anwalt Professor Holger Zuck zu Beginn seiner Ausführungen klar. Er ist Experte, wenn es um die rechtlichen Grundlagen von öffentlichen Verkehrssystemen geht. Kurz erläuterte er die rechtlichen Vorgaben zu Ausschreibung und Vergabe. Die Ausschreibung müsse europaweit erfolgen, dabei wäre mit geringem Interesse und hohen Angeboten zu rechnen.

Als Alternative empfahl er gute Angebotsverhandlungen und eine Vergabe im Direktverfahren, dabei sei nur eine europaweite Vorabinformation notwendig.

Ein wichtiges Erfolgskriterium für das Stadtbus-System sei die Qualität, besonders im Hinblick auf die Linienführung, Haltestellen-Abstand, Taktung, Verknüpfung mit weiteren Netzen, Tarif und Fahrzeug. Ebenfalls ein wichtiges Kriterium sei die Parkraumbewirtschaftung. So konnte Radolfzell seine Bilanz deutlich verbessern, als die Parkgebühren erhöht wurden.

Das Minus des Stadtbusses könne durch Reduzierung von Ausgaben, oder zum Beispiel durch Erhöhung der Grundsteuer B finanziert werden, schlug die Verwaltung vor.

Dietmar Bitzenhofer bemängelte, der Stadtbus fahre die Ortsteile nicht an, aber über eine höhere Grundsteuer sollten die Ittendorfer und Riedheimer das Minus mitfinanzieren.

Beim Anruf-Sammel-Taxi (AST) werde auch nicht über die Finanzierung des Abmangels gesprochen, ebenso wenig bei der Erstellung von Parkplätzen, entgegnete Susanne Deiters-Wälischmiller. Die CDU-Fraktion werde am Konzept zum Stadtbus mitarbeiten, erklärte Kerstin Mock. Zudem sei zu klären, was mit dem Anruf-Sammel-Taxi (AST) passiert, wie die Ortsteile angebunden werden können. „Ist überhaupt ein Bedarf da?“, wollte Markus Gantert wissen.

Freie Wähler sind dagegen

In der vergangenen Sitzung seien über 26 000 Euro für die Sanierung eines Parkplatzes im Parkhaus Post gesprochen worden, ohne Kostendiskussion, stellte Joachim Mutschler fest. Markdorf brauche einen Stadtbus.

Bei der Abstimmung votierten CDU, UWG und SPD für die Fortsetzung der Vorbereitung des Stadtbus-Systems, die Freien Wähler stimmten dagegen oder enthielten sich.

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