Die Vermesser muss man einfach mögen

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Schwäbische Zeitung
Redakteur Südfinder

Wenn Narren feiern, dann sind Spaß, Gaudi und Alefanz garantiert – nicht anders ist das bei den Vermessern der Historischen Narrenzunft Markdorf, die am Freitagabend im Theaterstadel ihr 20-jähriges Bestehen standesgemäß gefeiert haben.

„Wer im Kulturzentrum von Markdorf Geburtstag feiert, will abheben, will Besonderes aufzeigen“, war Dietmar Bitzenhofer in seinem Grußwort überzeugt. Vieles, was der Vermessungstrupp mache, sei Kultur – aber nicht alles, oftmals müsse man auch eher von Kulturschock sprechen. „Wir lieben Euch alle, wenn auch anders als Eure Ehefrauen und Partnerinnen. Wer die Vermesser nicht mag, hat die Fasnacht nicht verstanden“, gratulierte der Narrenbüttel. Er hatte ein besonderes Geschenk mitgebracht: einen Orden für jeden Vermesser in der Form eines Hutes, dem Markenzeichen der Narrenschar. Ein Orden wird ebenso wie eine Bildercollage aus 20 Vermesserjahren einen Platz im Zunfthaus finden.

Einen Rückblick über die Geschichte des Ur-Vermessungstruppes und dem Aufleben der nun aktiven Narrenschar gab Manfred Ill. Bereits 1937 waren demnach die Vermesser „ungelungen aufgetreten“, wie man den Archiven entnehmen könne. Eines hatte sich bereits bei der Gründung gezeigt und sei bis heute erhalten geblieben: „Die Vermesser sind immer noch ein Sauhaufen“, sagte Ill und erinnerte an verschiedene Aktionen wie beispielsweise im Jahr 1951, als alle Läden am Postgebäude abgehängt und einem nichtsahnenden LKW-Fahrer mit auf die Ladefläche gelegt wurden – andere mussten die Läden schließlich aus Heiligenberg zurückholen. Trotz aller Späße, Streiche und närrischer Umtriebe zeichne den Vermessungstrupp aber heute weiterhin eine „ganz besondere Kameradschaft“ aus, was die Gruppe „zu einer Elitetruppe der Historischen Narrenzunft“ mache, so Ill.

Salz in der Suppe

„Eine tolle Gruppe, Ihr seid das Salz in der Fasnachts-Suppe“, reimte Stadtpfarrer Ulrich Hund. „Bleibt bei der Stange, dann ist mir um die Fasnet wirklich nicht bange“, appellierte der Geistliche an die Narren. „Ich freue mich, dass beim Vermessungstrupp noch keine Ende in Sicht ist“, äußerte sich Otto Gäng, Vizepräsident der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenvereine (VSAN) in seinem Grußwort. Aus seinen Jahren als Markdorfer Zunftmeister wisse er noch zu gut, wie schwierig die Truppe manchmal sein könne, alle Diskussionen seien aber fair abgelaufen. „Es hat immer Spaß mit euch gemacht“, lobte Gäng.

Wie bunt und vielseitig der Vermessungstrupp die Markdorfer Fasnet begleitet, stellten die Mitglieder später selbst noch heraus: Auf der Theaterstadel-Bühne wurden verschiedene Kostümierungen von den Rathaus-Erstürmungen der vergangenen Jahre präsentiert – wie etwa die Fußballer, Cowboys und Indianer, „Kunst in der Stadt“, „Auf der Alm da ist kei‘ Sünd“ oder als Garde-Mädels.

Viele närrische Ideen

Dass den Vermessern auch nach 20 Jahren die närrischen Ideen nicht ausgehen, bewiesen sie mit ihrer BH-Sammelaktion zum Geburtstagsfest. Zwar konnte ein Rekord bei weitem nicht aufgestellt werden (wir berichteten aktuell), aber mit den BHs in allen Größen und Farben zauberten die Vermesser eine einmalige Girlanden-Deko in den Theaterstadel.

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