Die Sonne schickt keine Rechnung

Lesedauer: 4 Min
Bei der Sonnenkraftwerke-Tour informiert Philipp Wagner-Stör (rechts) über die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Hauses im
Bei der Sonnenkraftwerke-Tour informiert Philipp Wagner-Stör (rechts) über die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Hauses im Hintergrund, Martin Rück und Kurt Rogalla vom Sonnenkraft-Netzwerk hören aufmerksam zu. (Foto: bw)
Brigitte Walters

Im März hat sich das Markdorfer Sonnenkraft-Netzwerk (MSN) gegründet, Ziel der Initiatoren ist es, Klimaschutz lokal umzusetzen – und zwar überwiegend durch Energiegewinnung mittels Photovoltaik-Anlagen. Dazu will das MSN unabhängig informieren. Coronabedingt konnte die erste Sonnenkraftwerke-Tour erst am vergangenen Freitag stattfinden. Fast 20 Interessenten und Anlagenbetreiber trafen sich am Sportplatz, um vier Photovoltaik-Anlagen im Markdorfer Süden zu besichtigen.

Es waren unterschiedliche Anlagen, vom Alter, von der Technik und vom Speicher. Den Anfang machte Philipp Wagner-Stör, ganz begeistert informierte er über seine Anlage. Trotz nicht optimaler Ausrichtung sei die Anlage sehr wirtschaftlich, fast acht Jahre alt und erhalte damit noch eine relative hohe Vergütung bei der Stromeinspeisung. „Die Anlage hat mich keinen Cent gekostet, da Darlehen finanziert,“ berichtete er ganz begeistert. Zinsen und Tilgung werden über den Stromverkauf erwirtschaftet, nach 16 Jahren ist das Darlehen getilgt. Die Anlage produziere etwa 6700 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr, knapp die Hälfte werde selbst verbraucht, der Rest ins Netz eingespeist. Bisher sei keine Wartung und keine Reparatur erfolgt, auch durch Hagel hat es bisher keine Probleme gegeben. Bei Neubau solle darauf geachtet werden, den Schornstein geschickter zu platzieren, sodass weniger Platz für Module verlorengeht.

Gleich zwei PV-Anlagen hat Stefan Lämmlein auf dem Dach seines Hauses, eine für die Einspeisung und eine überwiegend für den Eigenverbrauch. Bei ihm ist nach fünf Jahren eine von acht Blei-Batterien für die Speicherung defekt. Auch bei ihm wird sich die Anlage nach 16 Jahren amortisiert haben. Erst ein Jahr alt ist die Anlage auf dem Haus von Christoph Andriessens, aufgrund von Problemen mit dem Öltank gab es eine neue Heizung, jetzt Erdgas. Die PV-Anlage produziert etwa 5900 kWh Strom im Jahr, davon wird ein Teil selber verbraucht, der Großteil wird verkauft. Im Sommer wird mit Strom Warmwasser aufbereitet, sodass kaum Gas benötigt wird. „Ich bin sehr zufrieden mit der Anlage, würde es wieder machen,“ so sein Fazit. Vor einem Jahr hat Martin Rück sich für eine PV-Anlage entschieden, die Module sind in Ost- und West-Richtung montiert. Er habe sich für ein komplettes System entschieden, sodass eine Erweiterung für eine Ladesäule für ein E-Auto möglich ist, berichtet Rück. Die Anlage erzeugt etwa 9300 kWh Strom, davon werden etwa zwei Drittel ins Netz eingespeist, seine Investition werde sich in etwa 15 Jahren amortisiert haben.

Da sie selber eine solche Anlage umsetzen möchte, sei der Rundgang sehr informativ gewesen, erklärte eine Teilnehmerin aus Hagnau. Es sei interessant gewesen, die Erfahrungen zu hören und mehr über die unterschiedliche Technik. Ein Ehepaar war sogar aus Langenargen angereist, um sich zu informieren, da eine Haussanierung ansteht.

Dem Netzwerk gehe es darum über die verschiedenen Möglichkeiten einer PV-Anlage zu informieren, stellte Kurt Rogalla abschließend fest. Es gehe um einen Informations- und Erfahrungsaustausch. Photovoltaik funktioniere, mache Spaß und die Sonne schicke keine Rechnung, so sein Fazit.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade