Der Flickenteppich soll erneuert werden

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 Der Kunstrasenplatz, der von Schülern des BZM, vom Hockey-Club und Sportclub Markdorf genutzt wird, gleicht eher einem Flickent
Der Kunstrasenplatz, der von Schülern des BZM, vom Hockey-Club und Sportclub Markdorf genutzt wird, gleicht eher einem Flickenteppich, als einem modernen Sportplatz. (Foto: Brigitte Walters)
Brigitte Walters

Das Kunstrasenfeld am Sportplatz ist in die Jahre gekommen, das ist deutlich sichtbar. An zahlreichen Stellen ist es mehr oder weniger erfolgreich geflickt. Der Flor ist abgenutzt und durch die Reparaturen ist ein „Flickenteppich“ mit deutlich sichtbaren Höhenunterschieden entstanden. Seit 19 Jahren wird der Platz von den Fußballern des Sportclubs, den Spielern des Hockeyclubs und den Schülern des Bildungszentrums eifrig genutzt. Jetzt soll der Kunstrasenplatz umfassend saniert werden, das hat der Markdorfer Gemeinderat am Dienstag einstimmig beschlossen, allerdings erst, wenn über einen entsprechenden Zuschussantrag auf Sportfördermittel entschieden ist.

Die Unebenheiten, die durch die zahlreichen Reparaturen entstanden sind, sind besonders bei den kleinen Hockeybällen problematisch. Diese springen dann unkontrolliert und können nicht beeinflusst werden. Zudem bestehen durch diese „Stolperkanten“ Verletzungsgefahren für die Sportler. Beim Kunstrasen wird von einer Lebensdauer von 12 bis 15 Jahren ausgegangen. Ferner entstehen die Banden und Platzeinfassungen nicht mehr dem Stand der Technik und müssen erneuert werden. Ebenso soll die Flutlichtanlage saniert werden.

Zudem gibt es ein weiteres Problem: Die Anforderungen von Hockeyspielern und Fußballern an einen Kunstrasenplatz sind unterschiedlich. Bei Hockey sollte der Flor möglichst kurz, dicht und straff sein, damit mit dem kleinen Ball sehr schnelle und lange Pässe möglich sind. Der kleine Ball reagiert sehr sensibel auf Unebenheiten. Beim Fußball solle der Kunstrasen dem Naturrasen sehr ähnlich sein, der Flor also lang und weich sein. Auf echtem Rasen wird heute aber kein Hockey mehr gespielt. Vertreter der beiden Vereine haben mehrere Plätze besichtigt, bei einer Tour waren auch die Gemeinderäte Alfons Viellieber und Dietmar Bitzenhofer dabei. Dabei entschieden sich die beiden Vereine für ein Kombiprodukt, das sie beim VfB Stuttgart gesehen hatten. Es ist ein unverfüllter Kunstrasen, mit einer Länge von 14 Millimetern, verlegt auf einer Elastikschicht, die in Markdorf allerdings etwas weicher ausgeführt werden soll, um den Anforderungen der Fußballer entgegenzukommen.

Der Kunstrasen muss eine Beregnungsanlage erhalten, um Verletzungsgefahren zu mindern. Ferner soll der Platz eine neue Umfassung mit Betonkantensteinen erhalten, ferner müssen ein Barriere-System und Ballfangzäune errichtet werden. Insgesamt wird mit Kosten von rund 770 000 Euro gerechnet. Dazu würde es Fördermittel von maximal 84 000 Euro geben, allerdings sind diese stark nachgefragt, sodass Markdorf sicher nicht im ersten oder zweiten Anlauf berücksichtigt wird. Ärgernis dabei, mit dem Bau darf erst begonnen werden, wenn der Zuschussantrag positiv entschieden ist.

So lange sollte die Stadt nicht warten, meinte Gemeinderat Uwe Achilles (SPD). Die Erneuerung sollte rasch beginnen. Werde der erste Antrag abgelehnt, sollte die Stadt mit dem Bau beginnen und auf die Fördermittel verzichten. Der Zuschussbetrag werde von den Kostensteigerungen während der Wartezeit aufgebraucht, fügte Gemeinderätin Kerstin Mock (CDU) hinzu. Aufgrund des schlechten Zustandes, sollte der Kunstrasenplatz möglichst rasch erneuert werden, darin waren sich die Sprecher der Gemeinderatsfraktionen einig. Dies sei auch mit Blick auf die Jugendarbeit, die die beiden Vereine leisten, dringend geboten, ebenso für den Schulsport.

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