BUND zieht eine positive Bilanz der Arbeit im vergangenen Jahr

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Der Biber ist aktiv und nagt Bäume an. Auch einen Bach hat er bereits aufgestaut.
Der Biber ist aktiv und nagt Bäume an. Auch einen Bach hat er bereits aufgestaut. (Foto: Brigitte Walters)
bw und Brigitte Walters

Bei der Hauptversammlung des BUND Ortsverbandes Markdorf hat es am Mittwoch einen Rückblick auf die Tätigkeiten der Mitglieder 2019 in den Bereichen Artenschutz, Biotoppflege, Umwelt und Mobilität gegeben. Wie erfolgreiche Arbeit aussehen kann, zeigte Franz Beer außerdem in seinem Vortrag über den „Auenurwald am Lettenhof“.

Seit Jahren betreuen die BUND-Mitglieder die Wanderwege der Erdkröten, so im Bereich Autenweiler/Grünwangen, an der Straße zwischen Ittendorf und Hagnau und an der Müllstraße, berichtete Franz Beer. Dabei seien sie erfolgreich, wenn es darum gehe, die Erdkröten sicher über Straßen zu tragen. Allerdings seien später die Jungtiere bei ihrer Wanderung ungeschützt. Dies könne vielleicht ein Grund dafür sein, dass es an der Müllstraße kaum noch eine Wanderung gibt. Für Zauneidechsen wurde ein Unterschlupf gebaut. Bei den acht Storchennestern, habe es nur acht flügge Jungtiere gegeben, berichtete Beer weiter. Außerdem seien im Westkeller beim Altschloss drei Mausohrfledermäuse gezählt und im Weingartner Wald die ersten Biberspuren entdeckt worden. Von der Biotoppflege berichtete Jörg Münch. In den betreuten Gebieten wurden Wiesen gemäht und an Gräben und Teichen seien Weiden- und Erlengebüsch entfernt worden. Der Espengraben sei zudem vom Biber gestaut worden, sodass eine Holzbrücke für die Rinder gebaut werden musste.

Auf der Obstwiese wurden nur fünf Tonnen Äpfel geerntet und beim Eisweiher wurde eine mehrjährige Blühwiese eingesät. Von den verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen im Bereich Umwelt berichtete Albin Ströbele. Bei der Kinder- und Jugendarbeit wurde mit mehreren Schulen kooperiert. Die Planungen zur B 31-neu standen im Bereich Mobilität im Mittelpunkt. Über die Stellungnahmen des BUND zu den Planungen der Gemeinden berichtete Heiner Bühler.

Über die Schaffung einer Auwaldfläche im Bereich des Lettenhofes berichtete Franz Beer in Wort und Bild. Dies sei durch eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem privaten Eigentümer, der Zeppelin Wohlfahrt und der Stadt Friedrichshafen möglich geworden. Vor fast 20 Jahren wurde dort die Brunnisach neugestaltet, ebenso wie eine ehemalige Lehmgrube. Schnell haben sich Pionierpflanzen, wie Gräser, Weiden und Erlen angesiedelt, bereits nach wenigen Monaten wurden 100 Pflanzenarten gezählt. 2015 wurden die ersten Biberspuren entdeckt und mittels Wildkamera gab es Bilder von ihm. Inzwischen hat er eine große Burg errichtet und die Gewässer mittels Dämmen angestaut. So eine Landschaft sei nicht planbar, „der Biber macht das“, stellte Beer fest. Inzwischen ist das Areal ähnlich einem Urwald zugewachsen.

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