Bio und Kunst gibt es auf Englisch

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Petra Blust vom Staatlichen Schulamt (von links), die kommissarische Rektorin Veronika Elflein und Fachschaftsleiterin Annette M
Petra Blust vom Staatlichen Schulamt (von links), die kommissarische Rektorin Veronika Elflein und Fachschaftsleiterin Annette Martin bereiten den bilingualen Klassenzug vor. (Foto: Julia Freyda)
Julia Freyda

Englisch auf dem Stundenplan ist an der Realschule in Markdorf nichts ungewöhnliches, dass aber ab dem kommenden Schuljahr auch Biologie und Kunst in der Fremdsprache unterrichtet wird ist neu. Hintergrund ist die Einrichtung eines bilingualen Klassenzugs. Das hatte das Kultusministerium genehmigt (SZ berichtete).

Mit 30 Fünftklässlern soll ab September der bilinguale Klassenzug starten. Durchgehend über die sechs Jahre wird der Unterricht in Biologie auf Englisch gehalten. „Das zweite Fach wird alle zwei Jahre wechseln“, sagt Fachschaftsleiterin Annette Martin. Zum Start ist es bildende Kunst, ab Klasse sieben Geschichte und ab der Neunten Erdkunde. „Wir haben bewusst Kunst als anschauliches Fach gewählt, weil das ein leichter Einstieg sein wird“, sagt Veronika Elflein, kommissarische Leiterin der Realschule. Denn in den Grundschulen sei das Englischlernen zwar Pflicht, werde aber auf unterschiedlichem Niveau umgesetzt. Mit dem bilingualen Einstieg im Fach Kunst, wo es vor allem um Begriffe für Material und Farben sowie Arbeitsanweisungen gehe, sei daher auch für Schüler mit geringeren Kenntnissen möglich. Auch die Klassenarbeiten werden auf Englisch geschrieben. „Es werden aber die Rechtschreibfehler in der Fremdsprache nicht gewertet. Zudem können auch Antworten auf deutsch gegeben werden“, sagt Martin. Denn dadurch, dass der Unterricht auf Englisch gehalten wird, soll keinem Schüler ein Nachteil entstehen. Um dem Mehraufwand für Lehrer und Schüler gerecht zu werden, bekommt die Schule zum Start drei Stunden zusätzlich. Eine davon wird bei den Fünftklässlern im Vergleich zu den Parallelklassen zusätzlich auf dem Stundenplan stehen. „Die bilinguale Klasse wird aber nicht mit einem zusätzlichen Nachmittagsunterricht verbunden sein“, versichert Elflein.

Im Bodenseekreis ist die Realschule die einzige mit einem bilingualen Klassenzug. „Es freut mich sehr, dass es dieses Angebot nun auch hier gibt. Im Kreis Ravensburg unterrichten bereits vier Realschulen bilingual“, sagt Petra Blust, Schulamtsdirektorin beim Staatlichen Schulamt. Die Eltern seien begeistert und die Erfahrungen sehr gut, denn die Schüler würden ohne Hemmungen englisch sprechen.

Eltern zeigen großes Interesse

Auch in Markdorf ist das Interesse der Eltern am bilingualen Unterricht groß. „Bei den Informationsnachmittagen für die Grundschüler waren viele sehr interessiert“, sagt Elflein. Wer in die Klasse möchte, muss dazu aber ein Beratungsgespräch an der Schule führen. Denn die Schüler müssen gewisse Eigenschaften wie Interesse an Sprache und Leistungsmotivation mitbringen. Sollte es mehr als 30 Anmeldungen geben, muss eine Auswahl getroffen werden. „Wir müssen dabei sehr sorgfältig vorgehen, denn ein Ausstieg aus dem bilingualen Zug ist nur in absoluten Ausnahmefällen vorgesehen. Die Schüler sollten also sechs Jahre dabei bleiben“, sagt Elflein. Auch ein späterer Zustieg ist nicht möglich.

Die Qualifikation für den bilingualen Unterricht haben Lehrkräfte entweder bereits im Studium erworben oder können dies durch eine Fortbildung nachholen. „Einige sind bereits dabei. Schließlich kommt jedes Jahr auch ein weiterer Klassenzug hinzu“, sagt Elflein. Personal wäre aber schon jetzt auch für einen zweiten bilingualen Zug im September vorhanden. „Sollte es um die 60 geeignete und interessierte Schüler geben, dann sind wir auch bereit, über eine Ausnahmeregel nachzudenken“, sagt Blust.

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