Beim Neujahrskonzert ist die Freude hörbar

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Beim Neujahrskonzert ist die Freude hörbar
Beim Neujahrskonzert ist die Freude hörbar (Foto: Hv)
Schwäbische Zeitung
Christel Voith

Mit einem festlichen Konzert für zwei Trompeten und Orgel hat das Trio Florian Keller, Daniel Bucher und Patrick Brugger am Silvesterabend in der katholischen Kirche in Meersburg und am Neujahrsabend in St. Nikolaus in Markdorf geglänzt.

Die drei Musiker aus Langenargen, Friedrichshafen und Kehlen kennen sich von Jugend an und haben zusammen an der Musikhochschule in Stuttgart studiert. Patrick Brugger ist Musiklehrer am Montfort-Gymnasium Tettnang und Münsterorganist in Salem, Florian Keller ist der neue Musikschulleiter in Langenargen. Nur Daniel Bucher ist Musiklehrer am Ludwig-Uhland-Gymnasium in Kirchheim/Teck und damit weiter weg. Doch er kommt immer gern an den See, um gemeinsam mit den Freunden zu musizieren. Und diese Freude ist in ihren Konzerten zu hören, in denen sie als gleichwertige Partner in harmonischen Wettstreit treten.

So ein glänzender Wettstreit der zwei Trompeter war gleich zum Auftakt im Konzert C-Dur von Francesco Manfredini zu erleben. Nach einem stillen Orgelsolo im Largo kehrten alle drei bis zum strahlenden Finale zu lebhaft bewegtem Dialog zurück. Mit vorandrängendem Impetus interpretierte Patrick Brugger den festlichen Jubel in Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge G-Dur BWV 541. Als strahlendes musikalisches Feuerwerk gestalteten die Musiker Händels Feuerwerksmusik D-Dur. In schier atemlosem Wettstreit verkündeten die Trompeten royale Macht und Würde, zierlich variierte die Orgel in der Bourrée ein Thema, pastorale Stimmung trug in „La Paix“ die Botschaft des Friedens in den Raum, ehe zuletzt „La Réjouissance“ jubelnder Festfreude Ausdruck gab.

Wie aufeinander eingeschworene Zwillinge

Den ganzen Reichtum der Klangfarben der Orgel kostete Patrick Brugger mit Marcel Duprés Variationen zum Weihnachtslied „Adeste Fideles“ aus, eine große Meditation, die in volles Brausen mündete. Wie aufeinander eingeschworene Zwillinge spielten Florian Keller und Daniel Bucher in vertrautem Miteinander Georg Philipp Telemanns Concerto für zwei Corni da Caccia TWV 52. Als beständiger Begleiter umspielte die Orgel die Bläser.

Dann folgte mit Christopher Tamblings sehr melodischer „Festival Fanfare“, 2006 für die Orgeln im Kölner Dom geschrieben, der Sprung in die Gegenwart. Wer bei „Fanfare“ die Bläser erwartete, sah sich getäuscht, doch allzu gern vergisst man, wie viele Instrumentenfarben die Orgel vereint, Farben die Brugger zum Leuchten brachte. Ein funkelndes Feuerwerk war zuletzt das „Scherzo Brillante“ von Jiri Laburda, mit dem die drei Musiker ihr Konzert beendeten – mit Händels strahlendem „Einzug der Königin von Saba“ dankten sie den Zuhörern für den herzlichen Applaus.

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