„Bänke und mehr Bäume laden zum Verweilen ein“

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Mehr Bänke und mehr Grün in die Innenstadt, die Sitzgruppe beim Proma ist für den FDP-Vorsitzenden Rolf Haas ein ersten Versuch,
Mehr Bänke und mehr Grün in die Innenstadt, die Sitzgruppe beim Proma ist für den FDP-Vorsitzenden Rolf Haas ein ersten Versuch, um die Stadt zum Verweilen attraktiver zu machen. (Foto: bw)
Schwäbische Zeitung

Seit über vier Monaten ist er im Amt, Rolf Haas der neue Vorsitzende des FDP-Ortsverbands Markdorf. Zuerst galt es die Schwerpunkte der Arbeit in den nächsten Monaten festzulegen, erzählt er bei einem Gespräch mit Brigitte Walters. Die Mitglieder des Ortsverbandes wollen konstruktiv, aber auch kritisch bei den Themen in der Stadt mitreden. Die Vorbereitung der Kommunalwahl 2019 sei ein weiteres wichtiges Thema, dabei strebe die FDP an, mit einer eigenen Liste anzutreten.

Was werden die Schwerpunkte Ihrer Arbeit in den nächsten Monaten sein?

Wirtschaft, Digitalisierung und Bildung sind wesentliche Themen der FDP, das sind auch unsere Schwerpunkte in Markdorf. Eine angemessene wirtschaftliche Entwicklung und damit verbunden weitere Gewerbegebiete in Markdorf sind für die Stadt notwendig. Die Gewerbesteuer ist ein wichtiger Faktor im städtischen Haushalt, wie sollen sonst die geplanten Projekte finanziert werden. Es gilt die Stadt nicht nur zu verwalten, sondern weiter zu entwickeln. Es ist notwendig ein Gesamtkonzept für die zukünftige Entwicklung beim Wohnungsbau, den Schulen und für Gewerbe zu erarbeiten. Ein wichtiger Punkt dabei ist auch der Ausbau des schnellen Internets, dieses Thema ist in Deutschland und auch hier vor Ort verschlafen worden. Für die Unternehmen ist dies lebenswichtig, dass es keine „schwarzen Löcher“ in der Breitband-Versorgung gibt. In diesem Bereich muss die Stadt alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen, um die Situation rasch deutlich zu verbessern. Mein Kollege in Frankreich erreicht einen Gigabyte bei seinem privaten Internetanschluss.

Neue Gewerbegebiete bedeuten auch Zuzug von Mitarbeitern, wo sollen die wohnen?

Nach den vorliegenden Prognosen wird die Stadt in etwa drei Jahren 15 000 Einwohner haben, dies bedeutet, es müssen rund 300 neue Wohnungen geschaffen werden. Deshalb begrüßen wir, dass im Bereich „Klösteröschle“ ein neues Wohnbaugebiet erschlossen werden soll. Zudem gilt es eine Verdichtung innerhalb der Stadt anzustreben.

Wie steht die FDP zum Ausbau der beiden Grundschulen und deren Ausstattung?

Im Sinne des Labels „Markdorf ist Schulstadt“ unterstützen wir den Ausbau und die Sanierung der beiden Grundschulen. Allerdings gilt es, die Kosten für die Bauvorhaben streng zu kontrollieren. Vorrangig gilt es aber, die beiden Schulen mit digitaler Infrastruktur auszustatten. Im Haushalt für das nächste Jahr sind mindestens 200 000 Euro für mobile Lehr- und Lerngeräte aufzunehmen. Gleiches gilt auch für das Bildungszentrum, hier ist der Bürgermeister gefordert, im Kreistag die notwendigen Beschlüsse zu erreichen, um das Ausstattungsniveau zu verbessern.

Wie steht der Ortsverband zum Umzug der Verwaltung ins Bischofsschloss?

Wir befürchten, dass die geplanten Umbaukosten überschritten werden und damit die Stadt für die nächsten Jahre keinerlei finanziellen Spielraum mehr hat für andere notwendige Projekt. Es wäre sinnvoll, das bestehende Rathaus zu ertüchtigen und für das Bischofsschloss ist eine andere Nutzung, wie Büros für Dienstleister oder für Veranstaltungen, anzustreben. Auf jeden Fall ist bei den anstehenden Entscheidungen eine große Transparenz wichtig.

Hat die FDP auch Ideen zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt?

Das Stadtmarketing hat dazu die ersten Impulse gegeben, Blumen verschönern die Innenstadt. Doch das reicht nicht, Bänke, mehr Bäume und mehr Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen. Künstler sollen zeitlich begrenzt ihre Werke in der Stadt und in leerstehenden Einzelhandelsräumen ausstellen. Im Sommer könnte das Thema „Beach“, mit Strandkörben und Sandbuchten, in die Stadt geholt werden. Dazu könnten die Einzelhändler Cocktails anbieten. Stadtmarketing und Einzelhändler sollten ein Konzept zu mehr Attraktivität erarbeiten.

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