Autowerkstatt brennt aus - Frau mittels Drehleiter gerettet

Lesedauer: 4 Min
Sandra Philipp

Flammen schlagen am Donnerstag in den frühen Morgenstunden aus dem Obergeschoss eines kombinierten Wohn- und Geschäftshauses in der Oberen Gallusstraße in Markdorf. In der Autowerkstatt im Erdgeschoss brennt ein Auto lichterloh. Eine unheilvolle dunkle Rauchwolke und nicht endend wollendes Sirenengeheul verhießen nichts Gutes, als sich die ersten Feuerwehrleute um kurz nach halb sieben Uhr zum Einsatzort begeben.

Mit einem Großaufgebot von 70 Einsatzkräften und 16 Fahrzeugen rückten die Wehren aus Markdorf, Ittendorf, Riedheim, Friedrichshafen, Immenstaad und Salem an. Als die ersten Einsatzkräfte an der Autowerkstatt eintreffen, stehen ein Teil der Wohnung im ersten Obergeschoss und die Werkstatt bereits voll in Flammen. Eine Frau hat sich auf einen Balkon im Dachgeschoss gerettet. Rauchschwaden schneiden ihr den Weg durchs Treppenhaus ab. Mit Hilfe der Drehleiter holen die Feuerwehrleute den Eingeschlossenen vom Dach. Später retten sie über den selben Weg einen zunächst vermissten Hund.

Nun konzentrieren sich die Löscharbeiten auf die Werkstatt und den Wohnbereich. Da in der Werkstatt zahlreiche Behälter mit Gefahrgut wie Gasflaschen, Kraftstoffkanister und Öl lagern, gehen die Einsatzkräfte äußerst vorsichtig ans Werk. Einen Teil des Löschwassers entnehmen sie mit einer Tragkraftspritze aus dem Pool hinter dem Gebäude. Die Enge der Straße erschwert den Rettern den Einsatz. Um einem Fahrzeug mit Drehleiter ein Durchkommen zu ermöglichen, wird kurzerhand eine Hecke mit der Kettensäge gekürzt.

Nach knapp einer Stunde ist der Brand unter Kontrolle. Bei den Nachlöscharbeiten öffnet die Feuerwehr teilweise die Dachhaut und einige Decken, um Glutnester zu löschen. Um einen sogenannten Gebietsschutz sicherzustellen, wird zunächst ein Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Friedrichshafen in der Wache in Markdorf stationiert. Gegen halb elf rücken die meisten Kräfte wieder ein. Eine Brandwache hält bis kurz nach 13 Uhr noch Stellung.

„Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr gab es keine Verletzten. Ein Großteil des Hauses konnte gehalten werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr Markdorf. Den Schaden am Gebäude beziffert die Polizei mit über einer halben Millionen Euro. Aufgtrund der starken Hitze- und Rauchentwicklung ist das Wohngebäude derzeit nicht mehr bewohnbar. Die Stadt Markdorf hat die drei Bewohner übergangsweise untergebracht. Zur Betreuung und ärztlichen Versorgung waren zwei Rettungswagen, ein Notarzt und zwölf Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe im Einsatz.

Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass ein technischer Defekt an einem der drei in der Werkstatt stehenden Fahrzeugen, den Brand verursacht hat.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen