Aus Sicherheitsgründen: Markdorf hat keinen Narrenbaum mehr

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Brigitte Walters

Die Markdorfer Narren trauern, aufgrund des stürmischen Wetters musste der Narrenbaum am Montagmittag gefällt werden. Aufgrund des starken Windes sei die Gefahr zu groß gewesen, das er abbricht und Menschen oder Autos zu Schaden kommen, erklärte Bernhard Brutsch, der bei der Historischen Narrenzunft für den Narrenbaum verantwortlich ist.

Trotz dieser Widrigkeiten ließen sich die Markdorfer Narren den Tag nicht vermiesen. Sie machten dem „Markdorf total verruckt“ wieder alle Ehre. Verschiedene Gruppen zogen durch die Innenstadt, machten in den Lokalen und im Pfarrhaus Station.

Wem die Haube passt ...

Ganz verzweifelt lief Narrenbüttel Dietmar Bitzenhofer durch die Stadt und suchte krampfhaft Nachfolger für seine Aufgaben als Narrenbüttel und Moderator des Dreckkübels. Als erstes machte er Kappenproben, wem passte die Büttelhaube, wer hatte den geeigneten Kopf dazu. Im Rathaus testete er Hauptamtsleiter Klaus Schiele, Bauamtsleiter Michael Schlegel und Bürgermeister Georg Riedmann, selbst Otto Gäng musste probieren.

Da hatten es die Mäuse aus dem Bischofsschloss deutlich einfacher. Musikalisch trösteten sie den Bürgermeister, der nun nicht Schlossherr wird, da „Wutbürger“ dagegen waren. „Dagegen sein ist schick und fein, Nein-Sagen ist einfach, brauch’ man sein Hirn nicht verrenken“, stellten sie fest.

Während im Rathaus kräftig gefeiert wurde, braute sich draußen Ungemach zusammen. Bernhard Brutsch packte seine Motorsäge aus, bereits am Morgen war der Marktplatz gesperrt worden, da der Narrenbaum gefährlich schwankte. Routiniert wartete Brutsch einen windstillen Moment ab, dann landete der Narrenbaum mit lautem Krachen auf dem Pflaster des Marktplatzes. Eine Gruppe der Stadtkapelle spielte dazu einen Trauermarsch. Im Pfarrhaus stand derweil die Haustür offen und viele Narren kamen auf eine Suppe herein. Etwas Schwierigkeiten, diese auszulöffeln, hatte Vikar Johannes Treffert. In seinem Ganzkörper-Hundekostüm war es nicht einfach, den Mund zu finden. Als Markdorfer Skigebiet waren die Minis gekommen, sie trafen sich zum Apres-Ski vor dem Pfarrhaus. Auf der Kirchentreppe hatten sich einige Teppich-Verkäuferinnen niedergelassen, sie machten erstmal eine Brotzeit mit leckerer Blutwurst. Inzwischen war Dietmar Bitzenhofer fündig geworden. Er traf auf der Straße gleich vier Büttel.

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