Ampel soll Verkehr noch vorübergehend regeln

Lesedauer: 5 Min
 Die Ampel am Stadtgraben wird repariert. Sie soll zwar abgeschafft werden, doch bis es soweit ist, soll sie den Verkehr regeln.
Die Ampel am Stadtgraben wird repariert. Sie soll zwar abgeschafft werden, doch bis es soweit ist, soll sie den Verkehr regeln. (Foto: Archiv M. Scheyer)

Die Fußgängerampel am Stadtgraben in Markdorf soll wieder in Gang gesetzt werden. Sie ist kaputt, seit ein Lastwagenfahrer Ende Juli einen der Masten umgefahren hatte. Daraufhin testete die Stadt in Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises, ob der Kreuzungsbereich auch ohne die Ampel funktioniert. Das wurde zwar bestätigt, doch bis ein neues Konzept für die Kreuzung ausgearbeitet und umgesetzt ist, soll die Ampel wieder eingeschaltet werden. Dies ist das Ergebnis einer Diskussion des Gemeinderats am Dienstagabend.

Mittelfristig soll die Kreuzung dauerhaft so umgestaltet werden, dass auf die Anlage verzichtet werden kann. Ein Verkehrsingenieur hat von der Stadt den Auftrag bekommen, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Zielvorgabe ist die Reduzierung der Geschwindigkeit, sodass Fußgänger auch ohne Ampel die Straße sicher überqueren können.

„Seit die Ampel außer Betrieb ist, haben wir beobachtet, dass die Kreuzung auch ohne sie gut funktioniert“, sagt Bürgermeister Georg Riedmann. In der Anfangszeit seien die Rückmeldungen aus der Bevölkerung positiv ausgefallen. Mit Schulbeginn nach den Sommerferien hat sich das aber geändert. Manche Eltern von Grundschülern berichteten der Stadtverwaltung, dass sie sich Sorgen um ihre Kinder machen. „Sie wünschen sich, dass die Ampel wieder in Gang gesetzt wird“, sagte Riedmann.

Wartezeit von bis zu 15 Sekunden

Ordnungsamtsleiter Jürgen Hess hat die Situation an der Kreuzung in der Tempo-20-Zone an einem Schultag zwischen 7.15 Uhr und 7.50 Uhr genauer beobachtet. In dieser Zeit zählte er 66 Fußgängerüberquerungen. „Alle konnten problemlos über die Straße. Die maximale Wartezeit lag bei 15 Sekunden“, sagte er. Von den 66 Fußgängern konnten immerhin 52 nach einer Wartezeit von bis zu fünf Sekunden die Straße überqueren, fünf innerhalb von sechs bis zehn Sekunden und neun innerhalb von elf bis 15 Sekunden. „Dem Augenschein nach waren 13 Grundschüler darunter, acht davon in Begleitung ihrer Eltern“, sagt er. Außerdem habe ein Fußgänger mit einer Gehbehinderung in dieser Zeit zweimal den Stadtgraben überquert. Weder für die Kinder, noch für den Fußgänger mit den Krücken sei die Situation problematisch gewesen.

Hess beobachtete auch das Verhalten der Autofahrer und stellte fest, dass sie vorsichtig und rücksichtsvoll unterwegs waren. „Die Fahrzeuge haben teilweise angehalten, um die Fußgänger über die Straße zu lassen, obwohl sie dort Vorfahrt haben“, sagte er. Er behielt auch die Messtafel im Auge, die die Geschwindigkeit der Fahrer anzeigt, die in Richtung Bundesstraße unterwegs sind. Demnach ist keiner über die Kreuzung gerast. „Schneller als 30 ist keiner gefahren – was in der Tempo-20-Zone aber schon zu schnell ist“, sagte Hess.

Auch wenn er keine Probleme erkennen konnte, empfiehlt er, die Ampel wieder einzuschalten, bis eine neue Lösung gefunden ist. Er schlägt vor, die Geschwindigkeit durch eine Umgestaltung der Kreuzung zu reduzieren, etwa durch einen Minikreisel in der Bussenstraße. Kerstin Mock (CDU) sprach sich dafür aus, die Ampel einzuschalten, genauso wie Uwe Achilles (SPD). Er wies darauf hin, dass es bald wieder dunkel ist, wenn die Kinder morgens auf dem Weg in die Schule sind.

Wann die Ampel wieder läuft, steht noch nicht fest. Sie muss noch repariert werden. Hess hofft, dass es in den nächsten ein bis zwei Wochen soweit ist. Das neue Konzept für die Kreuzung wird voraussichtlich Ende November im Gemeinderat vorgestellt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen