900 Kilogramm Äpfel sollen ein Zeichen setzen

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Äpfel und Flugblätter für die staugeplagten Autofahrer gab es am Sonntagabend von den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Ver
Äpfel und Flugblätter für die staugeplagten Autofahrer gab es am Sonntagabend von den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Verkehrsneuplanung Ittendorf. (Foto: bw)
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„Hagnauer blockieren – Markdorfer servieren“ unter dieser Überschrift überraschten die Mitglieder der Interessengemeinschaft Verkehrsneuplanung Ittendorf (IVI) am Sonntagabend mit einem Jonagold-Apfel die staugestressten Autofahrer an der Ortsdurchfahrt Ittendorf und Markdorf. Aufgrund der Sperrung der B 31 zwischen Stetten und Immenstaad wurde der komplette Verkehr über Markdorf umgeleitet.

Zahlreiche Mitglieder der IVI hatten sich in beiden Richtungen an der B 33 unterhalb des Bischofsschloss postiert und verteilten an die Autofahrer im Ampel-Rhythmus die Äpfel und Flugblätter, für einige gab es auch eine Sonnenblume. Fast alle Autofahrer nahmen den Apfel gerne an, einige ließen sich noch Äpfel für die Mitfahrer geben. Mit einem Flugblatt informierte die IG Verkehrsneuplanung über die Ursache des Staus. Andere Fahrer nutzten den kurzen Stopp um sich über die Planungen zur B 31-neu zu informieren. In Ittendorf gab es einen Rückstau an der Einmündung von der Kippenhauser Straße in die B 33, auch hier hatten sich IVI Mitglieder postiert und verteilten Äpfel und Info-Blatt.

„Wir wissen wie viel Verkehr aussieht und was das bedeutet“, stellte Fritz Käser von IVI den Stauverursachern entgegen. Etwa 14 000 Autos fahren täglich durch Ittendorf und in der Ravensburger Straße in Markdorf sind es noch rund 2000 mehr. Die Verkehrsinitiativen aus Immenstaad, Hagnau und Stetten wollten unter anderem mit der Blockade der B 31 den Nachbarn in Markdorf verdeutlichen wie viel Verkehr sie täglich ertragen.

Das Verhalten der Blockierer verstehe er nicht, sagte Käser. „Wir haben beide viel Verkehr, Immenstaad hat sogar eine Umgehungsstraße.“ Mit dieser Aktion werde der bisherige faire Dialog um die beste Lösung zur Planung der B 31-neu erheblich gestört. Blockade sei keine Art zu argumentieren, wenn im Hinterland landwirtschaftliche Flächen verloren gehen und sehr viel an Umwelt zerstört werde. Diese Aktion sei kontraproduktiv, stellte Käser kurz und knapp fest.

Die Ittendorfer setzen sich für einen maßvollen Ausbau der bestehenden B 31 ein, erklärte Käser, mit einem Tunnel um Hagnau und einer Überdeckelung der bestehenden Bundesstraße entlang Immenstaad. Für die seeferne vierspurige Autobahn im Hinterland setzen sich die Blockierer ein, die Landschaft würde stark zerschnitten und etwa 60 Hektar Apfelfelder würden dafür geopfert. Deshalb forderten die Ittendorfer die Autofahrer mittels Flugblatt auf: „Genießen Sie den Apfel aus dem reizvollen Bodenseehinterland, solange es diesen einzigartigen Lebensraum noch gibt.“ Etwa 900 Kilogramm Jonagold-Äpfel verteilten die Mitglieder der IVI an die Autofahrer.

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