Zwei Segelrennen vor dem Frühstück

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Werner Deuring (Bregenz) mit der „Conquistador“ verteidigt Platz eins – noch mit unbeschädigtem Bug vor einer Kollision am Donn
Werner Deuring (Bregenz) mit der „Conquistador“ verteidigt Platz eins – noch mit unbeschädigtem Bug vor einer Kollision am Donnerstag. (Foto: Tobias Stoerkle)
Schwäbische Zeitung

Das frühe Aufstehen am Donnerstagmorgen, dem vierten Tag der Weltmeisterschaft der 8mR-Yachten auf dem Bodensee beim Yacht Club Langenargen, hat sich gelohnt. Zwei Wettfahrten waren bereits vor 10 Uhr absolviert. Für den ersten Start um 7 Uhr hatten Segler wie auch die Wettfahrtleitung schon um 6 Uhr den BMK Yachthafen Langenargen verlassen.

Der Start am Morgen verlief spektakulär. Die Schweizer auf der „Carron II“ hatten den Kurs der vorfahrtsberechtigten „Conquistador“ falsch eingeschätzt. Es kam zu einer schweren Kollision: Der Bug der „Conquistador“ bohrte sich gut 20 Zentimeter tief in den Rumpf der „Carron II“, ein Mann ging vom Bug über Bord. „Wir konnten nicht mehr ausweichen“, sagte „Conquistador“-Steuermann Werner Deuring.

Er war froh, dass nur der Bug seiner Yacht tiefe Schrammen bekam, der Mast aber unbeschädigt blieb. Seinen Vorschiffsmann konnte er gleich wieder an Bord nehmen, nahm das Rennen jedoch mit Verspätung auf. Im Verlauf des Rennens segelte er noch auf den zweiten Rang nach vorne. Der Kollisionsverursacher gab seine Schuld zu. Die „Carron II“ wurde in den Hafen geschleppt, Bootsbauer Karl Strempel nahm die Reparaturarbeiten umgehend auf. Mittags meldete er das Boot wieder einsatzfähig. Den ersten Lauf gewann der Schweizer Jean Fabre mit der Yacht „Yquem II“ vor dem Bregenzer Werner Deuring mit „Conquistador“ und S. M. König Harald von Norwegen mit „Sira“.

In der zweiten Wettfahrt begann der Wind, erneut zu drehen. Die Wettfahrtleitung passte den Regattakurs der neuen Windrichtung an, brachte das Rennen diesmal allerdings ohne Flaute ins Ziel. WM-Wettfahrtleiter Rudi Magg zeigte sich erleichtert, dass mit diesem insgesamt fünften Rennen die Weltmeisterschaft auch als solche gewertet werden kann. Weitere Läufe sind geplant, der Start für den Freitag wurde auf 9.30 Uhr festgesetzt. Deuring setzte sich vor Josef Martin aus Radolfzell auf „Sposa II“ und Fabre.

Andreas Lochbrunner liegt vorne

In der Gesamtwertung führt Werner Deuring (YC Bregenz, 7 Punkte) vor Jean Fabre (SN Genf, 12) und Harri Roschier (Finnland, 18). In den Gruppenwertungen „Sira“ liegt Harri Roschier vorne, in der Klasse „Neptune“ führt Fred Meyer (SN Genf) und bei den ältesten Yachten (vor 1918 gebaut) der Klasse „First Rule“ Andi Lochbrunner mit der „Elfe II“.

Ab der sechsten gültigen Wettfahrt kann die jeweils schlechteste gestrichen werden – da könnte sich noch einiges im Klassement ändern. Für Spannung bis zum letzten Regattatag am Samstag, 7. Juli, ist gesorgt.

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