„Wir haben uns das Viertelfinale vorgenommen“

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Max Gurgel ist der einzige deutsche Steuermann beim Matchrace in Langenargen.
Max Gurgel ist der einzige deutsche Steuermann beim Matchrace in Langenargen. (Foto: Volker Göbner)
Schwäbische Zeitung

Das Matchrace in Langenargen startet heute, Donnerstag, um 9 Uhr mit den Qualifikationsregatten. Am Freitag und Samstag steht ebenfalls noch die Qualifikation auf dem Programm, am Sonntag ab 9 Uhr sind die Viertelfinals und Halbfinals. Am Montag ab 9 Uhr sind dann die Finalläufe. Es starten zwölf Mannschaften aus neun Nationen. Alle Informationen gibt es im Internet unter:

www.matchrace.de

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Deutscher Vizemeister und voriges Jahr Dritter beim Matchrace Germany in Langenargen: Der Hamburger Max Gurgel ist der einzige deutsche Steuermann beim anstehenden Rennen auf dem Bodensee. Volker Göbner sprach mit dem 32-jährigen Max Gurgel über den bevorstehenden Wettkampf und die Situation in der Matchrace-Szene im Allgemeinen.

Herr Gurgel, was ist das Besondere am Matchrace Germany im Vergleich zu anderen Matchrace-Events?

Das Matchrace Germany ist sicher das am besten organisierte Event. Das Rahmenprogramm ist wirklich hervorragend, das sieht man nicht so oft und so viele Zuschauer haben wir auch selten. Wir sind auch sehr glücklich mit der privaten Unterbringung bei einem Mitglied aus der Wettfahrtleitung des Yacht-Clubs Langenargen. Eine besondere Herausforderung, vor allem bei schwachem Wind, sind die großen und schweren Boote. Da geht es vor allem ums Boots-Handling. Man versucht, vergleichsweise wenig Manöver zu fahren. Taktik und Strategie sind wichtiger.

Wie stark ist das Feld einzuschätzen?

Die Konkurrenz ist sicher stärker als letztes Jahr. In Karol Jablonski ist ja auch noch der Sieger von vorletztem Jahr wieder dabei. Ein paar sehr gute Teams sind dieses Jahr schon viele Matchraces gefahren, etwa Europameister Maxime Mesnil oder das junge und sehr talentierte polnische Team von Szymon Jablkowski, von dem ich viel erwarte.

Welche Chancen rechnen Sie sich selber aus?

Ähm, ja – es wird viel schwieriger in diesem Jahr, ins Halbfinale zu kommen. Aber wir haben uns das Viertelfinale vorgenommen und ab da ist viel möglich. Letztes Jahr haben wir unsere Erwartungen auch weit übertroffen. Das Halbfinale würden wir schon gerne wieder erreichen, das probieren wir schon.

Der Bodensee hat seine Eigenheiten, welche Charakteristika machen ihn aus?

Zum einen ist der Bodensee sehr schwachwindig. Dann ist da noch die Strom-Problematik, die manchmal rennentscheidend ist. Aber da muss man erst dahinterkommen.

Wie bereiten Sie sich auf das Matchrace Germany vor?

Oh, das ist ein ganz schlechtes Thema. Eigentlich fast gar nicht, Wir haben die Video-Aufzeichnungen vom vorigen Jahr analysiert und versucht, uns mental gut einzustellen. Und dann wollen wir natürlich reaktivieren, was wir letztes Jahr in Langenargen gelernt haben.

Wer segelt mit Ihnen, wie haben Sie Ihre Crew für Langenargen ausgesucht?

Mit meinem Bruder Karl verstehe ich mich blind. Bertil Balser ist Segelmacher und eine sichere Bank. „DJ“ Dirk-Jan Korpershoek ist unser holländischer Taktiker, der uns so manchen Sieg durch Austricksen der Gegner beschert hat. Unser Vorschiffsmann von 2017, Conrad Rebholz, segelt leider dieses wieder bei Jablonski mit, sodass wir uns hier für Michel Voss entschieden haben, einen sehr aktiven Big-Boat-Segler, der gerade aus Bermuda kommt.

Wie sieht die Matchrace-Szene für deutsche Segler aus?

Der geht es leider gar nicht gut und das wird auch nicht besser. Da gibt es zu wenig Nachfrage, zu wenig Engagement, immer weniger Teams und weniger Events. Viele Segler sind auch in die Bundesliga abgewandert und wir werden wohl die Meisterschafts-Würdigkeit verlieren. Das ist sehr schade.

Was muss man tun, um in Langenargen segeln zu dürfen?

Als deutscher Meister hat sich ja der Holländer Jelmer van Beek qualifiziert. Wir waren ohne Niederlage ins Finale eingezogen, hatten da aber mit 0:2 gegen Jelmer verloren, sodass er sich damit für Langenargen qualifiziert hat. Wir freuen uns, hier wieder auf ihn zu treffen. Vermutlich sind wir eingeladen, weil wir hier voriges Jahr mit Platz drei eine gute Performance gezeigt haben.

Das Matchrace in Langenargen startet heute, Donnerstag, um 9 Uhr mit den Qualifikationsregatten. Am Freitag und Samstag steht ebenfalls noch die Qualifikation auf dem Programm, am Sonntag ab 9 Uhr sind die Viertelfinals und Halbfinals. Am Montag ab 9 Uhr sind dann die Finalläufe. Es starten zwölf Mannschaften aus neun Nationen. Alle Informationen gibt es im Internet unter:

www.matchrace.de

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