Welpen leiden unter korruptem Internethandel

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Welpen leiden unter korruptem Internethandel
David Balzer

Wer sich in nächster Zeit einen Hund anschaffen will, sollte sich über dessen Herkunft genau informieren. Im Ausland, wie zum Beispiel in Polen oder Ungarn, werden Welpen unter unwürdigen Bedingungen gezüchtet, illegal nach Deutschland gebracht und hier zu überteuerten Preisen an ahnungslose Käufer vertrieben. Im Internet waren auf Ebay sogar Kleinanzeigen zu diesen Hunden zu finden. Nun hat dieser Markt auch den Bodenseeraum erreicht.

„Wir haben von einer solchen Anbieterin aus Kressbronn erfahren“, sagt Cornelia Sänftl von den Tierfreunden Bodenseekreis aus Langenargen. Die Frau habe zugegeben, die Hunde verschiedener Rassen aus Polen bekommen zu haben. „Solche Menschen haben nur den Profit im Sinn und sehen die Muttertiere als Gebärmaschinen,“ so Sänftl weiter.

Auch aus Ravensburg ist ein ähnlicher Fall bekannt. Dort hat ein Mann im Internet Welpen aus Ungarn angeboten. Eine Frau sah die Inserate und informierte das Veterinäramt, woraufhin die Polizei den Mann verhörte und wegen illegalem Tierhandel eine Anzeige aufnahm. „Der Mann hatte keine Lizenz und bot die Tiere ungeimpft an“, berichtet Anita Schmid vom Veterinäramt Ravensburg.

Robert Schwarz von der Pressestelle des Veterinäramtes in Friedrichshafen erzählt von einem nahezu identischen Vorfall. „Ein ortsansässiger Anbieter bot zwei todkranke Welpen im Internet an. Er wurde wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt.“

Jungtiere werden misshandelt

Dadurch, dass die Jungtiere zu früh von der Mutter getrennt werden, kommt es zu Fress- und Verhaltensstörungen. Auch eigentlich ausgerottete Krankheiten wie Parvovirose, die tödlich sein können, treten dann wieder auf.

Das Tierheim in Friedrichshafen muss schon seit längerer Zeit immer wieder die von der Polizei beschlagnahmten verwahrlosten Jungtiere aufnehmen. „Wir raten jedem, der ein Jungtier kauft, sich das Muttertier zeigen zu lassen“, sagt die Tierheimmitarbeiterin Doris Philipp. Es sei schon verdächtig, wenn der Anbieter nicht nachweisen kann, wo das Muttertier zu finden ist.

Weiterlesen: Peta stellt weitere Strafanzeige in Sachen Hundezucht

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