Warten auf die Domes-Ausstellung

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„Mehr Dur als Moll“: Professor Dieter Groß singt zur Eröffnung des Museums Langenargen, am Flügel begleitet Johannes Bair.
„Mehr Dur als Moll“: Professor Dieter Groß singt zur Eröffnung des Museums Langenargen, am Flügel begleitet Johannes Bair. (Foto: hv)

Mit einer sonntäglichen Matinee im nicht ganz vollen Konzertsaal im Schloss Montfort hat das Museum Langenargen seine Saison 2017 eröffnet. Es war ein Novum in der jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte des über die Landesgrenzen hinaus bekannten Museums, dass nicht zugleich die jährliche Sonderausstellung eröffnet wurde. Der Tod des Künstlers Diether F. Domes ließ es angemessen erscheinen, die Gedenkausstellung des Landkreises, die noch bis 17. April im Roten Haus in Meersburg läuft, auch in Langenargen zu zeigen. Sie wird am 23. April im Museum eröffnet und bis 15. Oktober dort zu sehen sein.

„Wir erwecken sozusagen das Museum aus dem Winterschlaf“, stellte Museumsleiterin Angela Heilmann fest. Sie begrüßte die Gäste und dankte dem Künstler Dieter Groß für sein spontanes Einspringen zur Eröffnung der Dauerausstellung. „Wir sind alle gespannt auf ein neues Jahr“, sagte Bürgermeister Achim Krafft. Und: „Wir freuen uns auf eine gute Saison. Bleiben Sie weiterhin dem Museum gewogen.“

Besinnliches und Heiteres in einer satirischen Melange unter dem Motto „Mehr Dur als Moll“ mit Dieter Groß, emeritierter Professor an der Akademie der Künste in Stuttgart, war angesagt. Zu seinem 60. hatte Groß eine Einzelausstellung in Langenargen, zu der 1998 der Begleitband „Langenargen, freue dich“ mit „verdichteten Augenblicken eines Zeichners“ erschien, zudem blieb er als Kabarettist in guter Erinnerung. „Ja, herrje, Sie sind schon da“, legte der 80-Jährige los wie ein Wirbelwind. Die Nummer „Mit der Uhr in der Hand“, einer seiner Höhepunkte, stand am Anfang, dann sang er in Verbundenheit mit dem verstorbenen Museumsgründer Eduard Hindelang dessen Lieblingslied „Bevor du sterbst“ (sic!) von Otto Reuter. Deftig war die Aussage über Begräbnisfeiern: „Wenn du tot bist, lassen sie dich leben.“ Am Flügel musikalisch begleitet von Johannes Bair – „bei seiner Taufe habe ich ministriert“ –, folgte Verschiedenes aus der Beziehungskiste wie: „Wenn einer eine gern hat, sieht er die Welt durch die rosa Brille“ oder „Wie reizend sind die Frauen, sie sind, vom Mann abgesehen, das Schönste auf der Welt.“ Fast makaber seine Geschichte von einer Frau, die einen ganzen Tag nach einer Bluse sucht, bis der wartende Mann schließlich tot umfällt – jetzt kann sie sich endlich für eine schwarze entscheiden.

In drei Wochen, so verkündete Museumsleiterin Angela Heilmann zuletzt, am 23. April, wird an gleicher Stelle die Domes-Ausstellung „Realisierte Utopien – Das Werk 1960 bis 2016“ eröffnet.

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