Vier Jahrzehnte erfolgreich gearbeitet

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 Die Kreisvorsitzende Antonie Gierer (rechts) und ihre Stellvertreterin Anita Kugel (links) bedankten sich bei Nicole Staudinger
Die Kreisvorsitzende Antonie Gierer (rechts) und ihre Stellvertreterin Anita Kugel (links) bedankten sich bei Nicole Staudinger, die mit ihrem Vortrag zum Thema Schlagfertigkeit begeistern konnte. (Foto: Werner Gnann)
Schwäbische Zeitung

Mit einem Frühstücksbuffet und einer Show der Autorin Nicole Staudinger hat der Tettnanger Kreislandfrauenverband sein 40-jähriges Bestehen im Dorfgemeinschaftshaus in Oberdorf gefeiert. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Landfrauenchor.

„Vier Jahrzehnte sind ein Grund zu feiern und Rückschau zu halten", meinte Tettnangs Kreisvorsitzende Antonie Gierer bei der Begrüßung zur Jubiläumsfeier mit über 170 Landfrauen und Gästen. Im November 1979 in Tettnang gegründet wurde Elsbeth Lehle zur ersten Vorsitzenden des heute 650 Mitglieder zählenden Kreisverbands gewählt. Fast 16 Jahre stand sie an der Spitze. Neben gesellschaftlichen Themen war die Mitarbeit auf Messen ein wichtiger Eckpunkt. Mutig für die damalige Zeit auch die Modeschauen, die bis heute ein Tettnanger Aushängeschild sind, erklären die Kreislandfrauen. Ab 1996 folgte Maria Gührer für zehn Jahre als Kreisbäuerin, die das Bildungsangebot um kulturelle Schwerpunkte ergänzte. Seit 2006 ist Antonie Gierer im Amt, „mit acht Super-Frauen im Vorstand", wie sie ihren Mitstreiterinnen attestierte. Die Digitalisierung als Megatrend wird derzeit über ein Social Media-Seminar aufgegriffen. „Wir Landfrauen sind aktuell. Wir zeigen Flagge. Packen wir die Zukunft gemeinsam an", versprühte die Kreisvorsitzende ihre Begeisterung.

„Digitalisierung ist das Thema der Zukunft", meinte Juliane Vees. Die Präsidentin der Landfrauen Württemberg-Hohenzollern und Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes verwies darauf, dass nicht das viele Neue die Herausforderung sei, sondern das Tempo des Wandels. Der neuen Dimension der Verbindung von Mensch und Maschine wollten sich die Landfrauen mit dem Leitthema „Landfrau 4.0" in der Bildungsarbeit stellen.

Sorge bereitet der Präsidentin die Kritik an der Landwirtschaft. „Wir stehen für Aufklärung der Verbraucher über gesunde, regional erzeugte Lebensmittel und zeigen, welche Auswirkungen Kaufentscheidungen haben", erklärte Vees weiter. In den Regalen der Supermärkte befänden sich heute im Schnitt 11 600 Produkte. „Essen soweit das Auge reicht. Das Traurige dabei: Es wird alles für selbstverständlich erachtet. Traurig auch, dass immer weniger baden-württembergische Produkte dort zu finden sind", bedauerte sie. Jeder könne etwas für Natur- und Artenschutz tun, meinte Vees mit Blick auf das Volksbegehren. Die Landfrauen unterstützten den Volksantrag als Auftrag an die Politik, sich nochmals mit dem Thema zu befassen.

Die Sorge um die Landwirtschaft brachte auch Landrat Lothar Wölfle zum Ausdruck. „Das Volksbegehren hätte das Ende der Landwirtschaft im Kreis bedeutet. Aber wir sind noch nicht überm Berg", warnte er vorsorglich und kündigte an, das Eckpunktepapier der Landesregierung im Kreistag zu diskutieren. Wie wichtig Landfrauen auf den Betrieben gerade in Zeiten der politischen Wirren sind, unterstrichen Frieder Hutt, stellvertretender Kreisobmann, und Hubert Hengge, Geschäftsführer des Maschinenrings Tettnang.

Als Autorin, zertifizierte Trainerin, Top-Speakerin und zweifache Mutter kündigte die stellvertretende Kreisvorsitzende Anita Kugel die Hauptreferentin an. Nicole Staudinger brannte mit ihren Tipps zur Schlagfertigkeit ein wahres Feuerwerk ab, gab aber auch ganz persönliche Einblicke in ihre Krankheitsgeschichte. Im Alter von 32 Jahren wurde sie mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert, zu einem Zeitpunkt, als sie mit Seminarangeboten ihrer neu gegründeten Firma durchstarten wollte. Während der Chemotherapie begann sie zu schreiben.

Ihre bgelieferte Show begeisterte, denn die rheinische Frohnatur weiß zu unterhalten und dennoch bleibt mancher Hinweis zur Schlagfertigkeit im Gedächtnis, erklären die Landfrauen in der Pressemitteilung. Etwa der, dass binnen drei Sekunden eine Antwort auf eine kritische Frage oder Anmerkung folgen muss. Da aber Denken in Stresssituationen kaum möglich ist, sollte man sich auf eine Zwei-Silben-Antwort versteifen. Ach was, wie schön, hört hört oder potz Blitz sind nur einige Beispiele dafür. Da Schlagfertigkeit nicht zickig daherkommen darf, spielt neben dem Tonfall stets auch die Mimik eine Rolle und auf die versteht sich Nicole Staudinger bestens.

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