Viel Nachwuchs für den Bodensee

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 Aufgrund eines möglichen Brexit und damit verbundenen Lieferschwierigkeiten überlegt der Leiter der Fischbrutanstalt Langenarge
Aufgrund eines möglichen Brexit und damit verbundenen Lieferschwierigkeiten überlegt der Leiter der Fischbrutanstalt Langenargen, Eckhard Dossow, 2019 bis zu 60000 Glasaale nicht mehr aus England, sondern aus Frankreich beziehungsweise über Farmen zu beziehen. (Foto: ANDY HEINRICH)
Freier Mitarbeiter

Mehr als 58 Millionen fressfähige und vorgestreckte Fische haben die Experten der Fischbrutanstalt Langenargen um deren Leiter, Eckhard Dossow, 2018 im Bodensee eingesetzt. Die Beschaffung von Glasaalen könnte sich dieses Jahr jedoch schwierig gestalten: „Der Brexit verfolgt auch uns. Wir müssen in Betracht ziehen, bis zu 60 000 Glasaale 2019 über Frankreich beziehungsweise aus Farmen zu beziehen, was aber auch die Frage nach der Qualität der Tiere aufwirft“, sagte Dossow im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Besatzkommission der Baden-Württembergischen Bodenseefischer.

Zahlreiche Vertreter der Berufs- und Angelfischer sowie von Abordnungen unterschiedlicher Behörden, Verbände und Institutionen durfte der Vorsitzende der Besatzkommission, Siegfried Janisch, im Institut für Seenforschung am Donnerstag begrüßen. In seinem Jahresrückblick berichtete Janisch über ein intensives und sehr arbeitsreiches Jahr, welches von Höhen aber auch von einigen Tiefen begleitet wurde. So habe man neben zahlreichen Fachgesprächen, Konferenzen und Veranstaltungen, einen regen Austausch mit Behörden und Institutionen gepflegt. In seinen Ausführungen konnte Janisch ein eher ruhiges Jahr, was die Ausbaggerungen angingen, verzeichnen, wenngleich das Material vom Nonnenbacher Hafen gegebenenfalls vor Langenargen eingebracht werden solle. In punkto Blaufelchen-Laichfischerei habe man 2017 laut Bericht 2018 der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei in den sechs Brutanlagen in Langenargen, Nonnenhorn, Hard, Steinach sowie in Romanshorn und Ermatingen 1218,5 Liter Laich streifen können, davon alleine in Langenargen 620 Liter, was 51 Prozent des Gesamtlaichs ausmache. Ähnlich verlief der Gangfisch-Laichfischfang: „1483 Liter, davon wiederum 486 Liter, lieferten wir. Das zeigt, dass die meiste Arbeit aus unserer Fischbrutanstalt kommt. Mein Dank gilt hier besonders Eckhard Dossow und seinem engagierten Team“, sagte Janisch. 20,1 Millionen vorgestreckte und fressfähige Gangfische, 37,3 Millionen Blaufelchen, 25 000 Seesaiblinge und 687 000 Seeforellen, 12 200 Sandfelchen und 60 000 Glasaale setze die Fischbrutanstalt im vergangenen Jahr im See (Bodensee-Obersee, Überlinger See) sowie in den Zuflüssen ein. Eckhard Dossow, Leiter der Einrichtung, führte aus: „In 31 Einsätzen konnten wir zwischen Langenargen, Ludwigshafen und Konstanz unsere Felchen und Seesaiblinge dem See zuführen. Der Seeforelleneinsatz erfolgte in den baden-württembergischen Bodenseezuflüssen in weiteren 17 Einsätzen. Mein Dank gilt allen, die uns so großartig unterstützt haben“, sagte der Fischereizuchtmeister. Dossow sprach aber auch von einem katastrophalen Jahr, was die Laichfischerei 2018 angehe. So habe erstmals in der Geschichte keine Laichfischerei stattgefunden, da beim Probefischen keine laichfähigen Tiere gefangen werden konnten.

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