Videokameras: Gemeinde behält Strandbad im Auge

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Von „Gang und gäbe“ bis „Bauchweh“: Eine Videokamera wird im Bereich der Wasserrutsche installiert und dient laut Bürgermeister
Von „Gang und gäbe“ bis „Bauchweh“: Eine Videokamera wird im Bereich der Wasserrutsche installiert und dient laut Bürgermeister der Sicherheit der Badegäste. Personen sollen nicht zu erkennen sein. (Foto: ah)
Freier Mitarbeiter

Das Strandbad wird im Rahmen eines Sicherheitskonzeptes mit zwei Überwachungskameras ausgestattet. Hintergrund des Plans, den der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag mehrheitlich abgesegnet hat: Vor Kurzem wurde eingebrochen und ein Baum angezündet. Eine gute Nachricht: Die Sanierung der Außenanlage des Bades soll so laufen, dass am 1. Juni die Eröffnung stattfinden kann.

„Glücklicherweise kam niemand zu Schaden, dennoch hätte es durchaus zu einem größeren Brand im Strandbad oder an den Gebäuden kommen können“, sagte Hauptamtsleiter Klaus-Peter Bitzer. Im Zusammenhang mit dem Einbruchsversuch in den Aufsichtsraum für die Schwimmmeister hat die Gemeindeverwaltung mit dem Dienstleistungskonzessionär über ein Sicherheitskonzept gesprochen. Wie Bürgermeister Achim Krafft jetzt ausführte, umfasst das Konzept eine Überwachung der Räume mittels Videokameras außerhalb der Öffnungszeiten. „Wer sich außerhalb der Badezeiten im Strandbad aufhält, begeht eine Straftat. Ich habe kein Problem damit, dass die Täter mittels Kameraaufzeichnungen überführt werden können“, betonte der Bürgermeister und versicherte, dass keine Aufzeichnungen während des Betriebes gemacht würden.

Eine zweite Kamera, die den Badebetrieb aufzeichnen soll, wird im Bereich der Wasserrutsche an den oberen Mastbereich angebracht. Diese dient laut Achim Krafft ausschließlich der zusätzlichen Sicherheit der Badegäste sowie zur Beweissicherung der Badeaufsicht. Die Optik werde so eingestellt, dass Personen darauf nicht zu erkennen seien. „Gerade bei Baderutschen ist das in den meist größeren Bädern gang und gäbe“, sagte Achim Krafft. Grünen-Fraktionsvorsitzender Ulrich Ziebart sah das Vorhaben mit gemischten Gefühlen: „Beim Thema Überwachung im öffentlichen Raum bekomme ich Bauchweh. Ich sehe das skeptisch.“

Holz oder Kunststoff?

Und das war nicht der einzige Punkt in Sachen Strandbad, der die Gemeinderäte am Dienstag beschäftigte: Soll der Bereich hinter dem Kiosk gepflastert werden oder nicht? Und sind die angedachten Liegepodeste aus Holz oder doch eher aus Kunststoff – der Spreißelbildung wegen – für den Badegast geeigneter? Die Vergabe von Tiefbauarbeiten im Rahmen der Sanierung der Außenanlagen rief unterschiedliche Reaktionen hervor.

SPD-Fraktionschef Charlie Maier schlug vor, heimische Hölzer für die Podeste zu verwenden: „Das ist umweltfreundlicher, zudem gibt es Hölzer, die keine Spreißel bilden.“ Ulrich Ziebart gab zu bedenken, dass Kunststoff bei Sonneneinstrahlung schwitze und sehr heiß werden könne. „Heute gibt es Materialien, die sehr gut verträglich, vor allem aber auch hygienischer und leichter zu reinigen sind als Holz“, entgegnete Bürgermeister Achim Krafft. Die Gemeinderäte folgten schließlich Ulrich Ziebarts Vorschlag, zur haptischen Begutachtung eine Materialprobe anzufordern, um in der nächsten Sitzung darüber zu entscheiden. Dies habe laut Verwaltung jedoch zur Folge, dass die Podeste aller Voraussicht erst nach dem Herbst installiert werden könnten.

In puncto Flächenversiegelung im Bereich des Rettungs- und Lieferweges samt hintere Fläche am Kiosk stellte Bürgermeister Achim Krafft fest, dass mehr Flächen entsiegelt als versiegelt und somit mehr Grün, also Liegefläche gewonnen werde. Am Ende stimmte das Gremium dem Plan ebenso zu, wie den Eröffnungstermin auf Samstag, 1. Juni, zu setzen. Für die Sanierung sind 220 000 Euro vorgesehen.

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