So steht es um Mikroplastik in Bodenseefischen

Lesedauer: 5 Min
Siegfried Großkopf

Bei Untersuchungen von Bodenseefischen konnte in den meisten Fischarten Mikroplastik nachgewiesen werden. Am stärksten betroffen sind Felchen. Die Mikroplastikbelastung ist allerdings „nicht dramatisch“, wie Doktorand Samuel Roch von der Fischereiforschungsstelle in der Mitgliederversammlung des „Vereins der Freunde des Instituts für Seenforschung und des Bodensees“ versicherte. Der Grund: Das Plastik wird aufgenommen und wieder ausgeschieden.

Hinweise auf eine Anreicherung in den Fischmägen gibt es nicht. Fördervereinsvorsitzender Ulrich Müller berichtete am Freitagabend eingangs von einer stagnierenden Mitgliederzahl von 107 Personen und hofft, mithilfe eines aktuellen Flyers mehr Leute für ein Mitmachen begeistern zu können, die nicht nach einem „Riesen-Nutzen“ für sich selbst fragen. „Wir sind ein Förderverein“, dessen Ziel es sei, dem Bodensee etwas Gutes zu tun, postulierte er.


Wollen dem Bodensee etwas Gutes tun (von links): Vorstand Herbert Löffler, Geschäftsführerin Diana Krafft, Vorstand Tilmann Sto
Wollen dem Bodensee etwas Gutes tun (von links): Vorstand Herbert Löffler, Geschäftsführerin Diana Krafft, Vorstand Tilmann Stottele, Vorsitzender Ulrich Müller, die Vorstände Heinz Ehmann, Bruno Blattner und Iris Steger sowie Institutsleiter Harald Hetzenauer. (Foto: sig)

Die Schlagzahl an Vorstandsaktivitäten hat sich nicht zuletzt dank der engagierten Arbeit von Geschäftsführerin Diana Krafft im vergangenen Jahr deutlich erhöht, lobte Müller. So wird am 20. Juli (16.30 Uhr) in einem der in die Jahre gekommenen beiden Häuschen am Gondelhaften (landseitig) eine Dauerausstellung eröffnet, die durch die Partnerschaft mit der Firma Lacon möglich wurde. In dieser Ausstellung, in der es wesentliche Informationen über den See und das Institut geben wird, soll unter anderem über den Gewässerschutz informiert werden. Die Sanierung des Gebäudes kostet 22 000 Euro, wozu der Verein allein 15 000 Euro beisteuert. Als zweite Aktivität, die zulasten der Vereinskasse geht, nannte Müller einen neuen Flyer für 3000 Euro.

In seinem Rückblick freute sich der Vorsitzende über eine gelungene bessere Ausschilderung des Instituts für Seenforschung. Eine weitere wünscht er sich noch an der Einfahrt in den Argenweg. In seiner Zukunftsschau berichtete er von der Teilnahme des Vereins an der Landesgartenschau 2020 in Überlingen. Im gleichen Jahr wird der Verein 100 Jahre alt. Dem Vorstand schwebt vor, einen „simplen Flyer“, so Müller, auf den Weg zu bringen, in dem die Frage beantwortet werden soll, was jedermann zum Gewässerschutz beitragen kann? Beispielsweise: Was gehört nicht in die Toilette (Verstopfung durch Feuchttücher).

Dicker Fisch im Netz

Nachdem Vorstand und Geschäftsführung einstimmig entlastet waren, wurde für das ausgeschiedene Vorstandsmitglied Wilhelm Dittmann ebenso einstimmig Bruno Blattner aus Stuttgart in die Führungsmannschaft gewählt. Ulrich Müller zeigte sich froh, „diesen Fisch ins Netz bekommen zu haben“. Blattner war mehr als 40 Jahre in der Wasserwirtschaft des Landesumweltministeriums tätig und in Sachen Gewässerreinhaltung mit dem Bodensee beschäftigt. Für den Verein ist er kein Unbekannter, denn er betreut seit Jahren das Magazin „Seespiegel“ der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB).

Institutsleiter Harald Hetzenauer berichtete über die Situation des Bodensees, in dem heuer im Obersee nach zwölf Jahren wieder eine gute Zirkulation festgestellt wurde. Begünstigt hat das der kalte Februar verstärkt durch Ostwind. Diese Situation sei aber die Ausnahme. Sorgen bereitet die neu eingewanderte Quagga-Muschel, durch die sich das Ökosystem Bodensee verändert.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen