So soll der neue Oberdorfer Dorfplatz aussehen

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„Eine Art Zentrum von Oberdorf“: Auf der Wiese zwischen Dorfgemeinschaftshaus (mit Solaranlagen auf dem Dach) und der alten Schu
„Eine Art Zentrum von Oberdorf“: Hier soll es künftig Neues geben. (Foto: ah)
Tanja Poimer

Die Oberdorfer haben bereits Ende vergangenen Jahres bei zwei Bürgerinformationsveranstaltungen deutlich gemacht, was sie sich auf der Fläche zwischen alter Schule und Dorfgemeinschaftshaus wünschen: einen Dorfplatz. Jetzt hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, diesen Wunsch zu erfüllen – und für die Gestaltung der Außenanlagen des ehemaligen Schulgebäudes nicht wie geplant 100 000, sondern 350 000 Euro auszugeben.

Der Umbau der alten Schule in Oberdorf zum Zentrum des Gemeindeverwaltungsverbandes Eriskirch-Kressbronn-Langenargen und Wohnungen für Asylbewerber läuft auf Hochtouren. Bei den beiden Veranstaltungen im November und Dezember sollte es eigentlich ganz allgemein um die Gestaltung des Außenbereiches gehen. Gleich während des ersten Termins wurde jedoch klar, dass die Oberdorfer bei der Gelegenheit einen Dorfplatz haben wollen. Landschaftsarchitekt Siegfried Janisch aus Langenargen nahm den Wunsch und andere Anregungen mit und präsentierte beim zweiten Termin fünf Entwürfe, von denen einer am besten ankam.

Den Inhalt stellte der Gestalter am Montagabend dem Langenargener Gemeinderat vor. Der zentrale Punkt: Ein Dorfplatz zwischen Dorfgemeinschaftshaus (DGH) und alter Schule mit dem Brunnen, der jetzt noch vor dem Schulgebäude steht, vier Platanen als Dach sowie Sitzbänken und Sitzsteinen. Mit ein paar Bierbänken und -tischen ist das Ganze außerdem schnell zu einem Festplatz ausgebaut. Weitere Details: Auf der Fläche vor der alten Schule bleibt Raum für den Weihnachtsbaum und zum Beispiel Tafeln zur Geschichte des Orts, der 2019 sein 1250-jähriges Bestehen feiert.

Stellplätze soll es ebenfalls genügend geben, neue sind unter anderem anstelle der Bushaltestelle in der Tettnanger Straße angedacht, die nicht mehr gebraucht wird, weil die Schule seit Sommer 2016 geschlossen ist. „Die Detailplanung würde ich gerne mit den Oberdorfern zusammen entwickeln“, stellte Siegfried Janisch abschließend fest.

Bevor er sich an die Arbeit machen kann, musste jedoch der Gemeinderat das Konzept absegnen. Denn: „Wir hatten mit 100 000 Euro für die Gestaltung gerechnet, mit dem Dorfplatz werden die Außenanlagen teurer“, erklärte Bürgermeister Achim Krafft. Und zwar um 250 000 Euro. Das Gremium nahm die Preissteigerung in Kauf und stimmte einstimmig dafür.

Ein Stück Identität stiften

Die Bürgerbeteiligung in Oberdorf sei kontrovers, aber respektvoll und lösungsorientiert gelaufen, betonte CDU-Gemeinderat Bernd Kleiser. Landschaftsbaumaßnahmen hätten eben ihren Preis, „und wir bauen nicht irgendwas, sondern es geht um die Dorfmitte“. Hans-Günther Moser (Grüne) sprach von einer „reizvollen Planung“. Beeindruckt zeigte sich auch Joachim Zodel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, von dem Konzept, „weil es neue Ideen einbringt“. Zudem bilde das Ensemble Dorfplatz, Dorfgemeinschaftshaus und Verwaltungsgebäude „eine Art Zentrum von Oberdorf. Und das sollten wir richtig machen und Geld in die Hand nehmen. Die Mittel freigeben, wollte auch CDU-Fraktionschef Ralph Seubert. Sein Argument: Mit der Schließung der Grundschule habe der Gemeinderat die Oberdorfer Identität durchaus verändert. „Da ist es nur recht, dass wir ein Stück Identität zurückgeben und eine Dorfmitte installieren.“

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