Die Trainer Valeri Quade und Ümit Bekler (unten) mit den „schweren Jungs“ Arion Dautaj und Sascha Kiebler.
Die Trainer Valeri Quade und Ümit Bekler (unten) mit den „schweren Jungs“ Arion Dautaj und Sascha Kiebler. (Foto: jochen dedeleit)
Jochen Dedeleit

Eine Woche vor dem letzten Heimauftritt des Boxteams Langenargen im Bodensee-Cup gegen die Schweiz gilt es für ein Trio der Langenargener, sich bei den ab Freitag stattfindenden Baden-Württembergischen Nachwuchsmeisterschaften in Ruit zu beweisen. Neben Arion Dautaj und Sascha Kiebler sowie Secho Akyüz klettert auch Denis Priiachkine vom VfB Friedrichshafen in den Ring, um das Finale am Sonntag zu erreichen.

Vor allem der bald 18 Jahre alt werdende Sascha Kiebler brennt auf einen Einsatz. Der Eriskircher hatte noch seinen letzten Auftritt bei den internationalen Landesmeisterschaften im Kopf, als er im Finale gegen Alexander Romanov vom BC Pfullendorf unterlegen war. „In der zweiten Runde hat der Ringrichter nach beinahe jedem Schlag einen der beiden angezählt, nach dem zweiten Mal Anzählen hat er Sascha in Runde drei aus dem Kampf genommen“, schildert Trainer Valeri Quade, der das Trio in Ruit betreuen wird, noch einmal die Vorkommnisse der letzten Titelkämpfe. Kiebler war bei diesen in die Kategorie B (bis 14 Siege) aufgestiegen, um überhaupt einen Gegner zu haben.

Einen Titel hat der bisher dreimal siegreiche Sascha Kiebler bereits, dieses Mal tritt der 17-Jährige altersbedingt im Jugend-Halbschwergewicht an. Für den ehemaligen Profiboxer Quade zeigt sich sein Schützling „hart und zielstrebig, jedoch auch zu offen, wenn er zu viel will“. In einer der letzten Trainingseinheiten auf die Meisterschaften mischten sich auch zwei Profiboxer unter Langenargens Teammitglieder: Weltergewichtler Timo Schwarzkopf (27) und der Halbschwere Altin Zogaj (26).

„Man kann sich immer etwas abschauen und es ist schon etwas anderes, wenn Boxer dieser Klasse das Training bereichern“, meinte Kiebler. Auch Ex-Supermittelgewichts-Europameister Anatoli Muratov, der ebenfalls nach fast einem Jahr ohne Kampf wieder in den Ring klettern soll, ist schließlich öfters zu Gast bei seinem ehemaligen Trainer. Der Mariabrunner sieht auch bei Arion Dautaj großes Potenzial, der 16-jährige Lindauer kann auf drei Titel auf Nachwuchsebene verweisen und hat acht seiner neun Kämpfe gewonnen.

Eine Frage des Willens

Vier Titel erboxte der Jugend-Schwergewichtler bisher schon, nun soll es auch mit der ersten DM-Teilnahme klappen. Allerdings wird in der Ausschreibung des BVBW auf die Titelkämpfe wie immer darauf verwiesen, dass „die Turniersieger sich nicht grundsätzlich für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft 2019 qualifizieren“. Geht es nach Valeri Quade, könnte Dautaj bereits in der A-Klasse antreten. „Das ist auch eine Frage des Willens. Je müder Arion ins Training kommt, desto härter wird die Einheit“, verrät Qaude. Jugend-Halbweltergewichtler Secho Akyüz ist derzeit an jedem Wochenende im Einsatz, nach seiner Niederlage in Wangen gegen Ayberk Varol stehen für ihn noch im März die nächsten Auftritte an. Der 17-jährige Lindauer war im Allgäu gleich zwei Gewichtsklassen nach oben geklettert, „das war zu viel des Guten“, sagt Schuler, der auch eine Niederlage seines besten Mannes mitansehen musste. Der fünffache Landesmeister Kushtrim Mahmuti war kurzfristig eingesprungen und musste sich dem türkischen Meister Volkan Gökcek mit 1:2 geschlagen geben.

Der Häfler Denis Prijachkine wird von Trainer Tito Furtado und seinem Neffen Ramon in Ruit betreut und startet im Jugend-Fliegengewicht. Der 16-jährige, zweimalige Titelträger reist mit einer Bilanz von sieben Siegen in zehn Kämpfen an. Sein Bruder Anatolij muss wegen einer Viruserkrankung verzichten, Max Lehn fällt nach einem Sehnenanriss ebenfalls aus.

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