Respekt: Faltenradio begeistert seine Fans in Langenargener erneut

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Ob Leonard Bernstein oder Falco: Das Quartett Faltenradio überzeugt bei den Langenargener Schlosskonzerten.
Ob Leonard Bernstein oder Falco: Das Quartett Faltenradio überzeugt bei den Langenargener Schlosskonzerten. (Foto: Christian Lewang)

Erwartungsvolle Spannung beim Publikum im ausverkauften Schloss Montfort in Langenargen. Ein ausgedrucktes Programm gab es bewusst nicht. Was werden die vier Ausnahmemusiker nach ihren umjubelten Auftritten „Faltenradio“ und „Zoo“ bei ihrem nunmehr dritten Konzert aus dem Hut zaubern?

„Die Zukunft unserer Welt wird allen Völkern gemeinsam sein oder sie wird sich als eine sehr unwirkliche Zukunft erweisen.“ Dieses Zitat von Leonard Bernstein stellte das Quartett an den Anfang seines neuen Crossover-Programms mit dem Titel „Respekt“. In der Ouvertüre zu „Candide“ des Weltmusikers war man direkt vom einzigartigen Klang des Ensembles verzaubert. Füllige Harmonien entlockte Alexander Maurer dem diatonischen Knopfakkordeon, steirischer Kosename „Faltenradio“. Ein sattes, tiefes Fundament lieferte Stefan Prommegger auf der Bass-Klarinette. Matthias Schorn und Alexander Neubauer konnten sich mit ihren B-Klarinetten in rhythmisch vertrackter Melodik oder weichen Kantilenen darüber entfalten. Bestechend die virtuosen Unisonoläufe in der Coda am Schluss.

Das Motto Bernsteins „Es gibt keine U- und E-Musik, sondern nur gute und schlechte Musik“, stand über dem weiteren Programm. Ein einfacher „Boarischer“ oder ein schwungvoller, volkstümlicher Walzer „Gmiatlich muaß’s sei“, in perfekter Stilistik vorgetragen, entlockte dem Publikum ein zustimmendes Schmunzeln. Und damit keine Langeweile aufkommt, gab es dazwischen ein „liebevolles“ Wettrennen der einzelnen Stimmen in einer schnellen Fuge von Emanuel Bach.

Respekt für den Mut, „D’Zigeiner san kumma“ von Konstantin Wecker ins Programm zu nehmen. Begleitet von der Harmonika im Walzertakt rezitierte Matthias Schorn mit ausdrucksstarker Mimik und Stimme den 1981 entstandenen Text gegen den Wahnsinn der Fremdenfeindlichkeit. Die Umspielungen und melancholischen Zwischenspiele mit Klarinetten verstärkten die Betroffenheit bei den Zuhörern.

Mit rhythmischer Kraft und eruptiver Gewalt mit Fortissimo-Akzenten lebte „Fuga y Misterio“ von Astor Piazzolla. Im lyrisch langsamen Mittelteil führte ein warmes Klarinetten-Solo in die geheimnisvolle Welt des argentinischen Tangos.

Mit behutsamer Entwicklung durch verschiedene Soloeinlagen entstand in „Mondor“, eine Originalkomposition von Georg Breinschmid, und „Floating Thoughts“ von Viola Falb, einer österreichischen Jazzerin, eine lässige, coole Bar-Stimmung. Nach einer spritzigen Polkaeinlage von Dimitri Schostakowitsch beschloss das „Ständchen“ von Franz Schubert mit expressivem Solo von Matthias Schorn und romantischem Gesamtklang einen in sich geschlossenen Konzertabend. Da der Applaus auch nach der ersten Zugabe mit einem Stück der Original Oberkrainer nicht enden wollte, gab Matthias Schorn den Falco mit „Amadeus“ unterstützt von seinen rockenden Kollegen. Stehende Ovationen mit viel Respekt für das Quartett „Faltenradio“.

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