Pfarrer hält zum Abschied den Spiegel vor

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„Spieglein an der Wand“: Pfarrer Steck verabschiedet sich mit eindringlichen Worten.
„Spieglein an der Wand“: Pfarrer Steck verabschiedet sich mit eindringlichen Worten. (Foto: ah)

Bei seinem letzten närrischen Familiengottesdienstes hat Pfarrer Ulrich Steck am Sonntag in der katholischen Pfarrkirche St. Martin den Gläubigen den Spiegel vorgehalten. Es sei wichtig, Kritik und Unzufriedenheit zunächst bei sich selbstund nicht bei seinem Nächsten zu suchen.

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Pfarrer Steck nahm das Märchen über Schneewittchen und die böse Königin als Maßband unserer eigenen Eitelkeiten. „Was würde der Spiegel über uns sagen?“, fragte er und stellte fest, dass nicht das Aussehen, sondern das Wesen, unser Inneres, das eigentliche Ich leuchten soll. Man solle auch nicht auf Trump oder Erdogan zeigen und kritisieren, wenn man es nicht schaffe, in der kleinsten Zelle, im Familienverbund, Frieden zu schaffen: „Zeigen wir doch den Politikern auf dieser Welt, dass eben nur Frieden auf Erden glücklich macht. Auch den bürgerlichen Gemeinden würde es übrigens gut anstehen, sich gegenseitig zu helfen und zu loben, anstatt neidisch aufeinander zu blicken, zum Beispiel bei einem guten Glas Wein, allerdings mit badischen Trauben.“

Dammglonker Eckhard Herzog dankte, ebenso wie Zunftmeister Lothar Berger, dem Pfarrer für sein zehnjähriges Wirken und die tollen, närrischen Gottesdienste Ulrich Steck scherzte zum Abschied: „Für mich geht’s von der Sonnenstube in die Nonnenstube“, scherzte er, dessen neue Heimat am dem Frühsommer das Kloster Reute sein wird.

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