Orchideen brauchen Luft zum Atmen

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"Ich wollte die Orchideen meiner Mutter retten": Erfinder Jürgen Schäfler präsentiert seinen Orchitop-Orchideenständer auf der D
"Ich wollte die Orchideen meiner Mutter retten": Erfinder Jürgen Schäfler präsentiert seinen Orchitop-Orchideenständer auf der D
Schwäbische Zeitung

SOS – meine Orchidee ertrinkt?! Rettung ist in Sicht: Der Orchitop-Orchideenständer bringt mit seiner Stabkonstruktion das Wurzelwerk ans Tageslicht. Die Idee: Orchideen aus ihrem Topfgefängnis zu entlassen und dafür zu sorgen, dass die Wurzeln genügend frische Luft bekommen, erklärt Jürgen Schäfler, der Erfinder aus Langenargen.

Von unserer Redakteurin  Tanja Poimer

„Ich wollte die Pflanzen meiner Mutter retten“, sagt Jürgen Schäfler, der seinen Lebensunterhalt normalerweise als Bodensee-Fischer verdient, zu seiner Motivation. Die Königin der Blumen sei zwar anspruchsvoll, doch so schwierig, wie viele meinten, sei ihre Pflege nicht. Der häufigste Fehler, der begangen werde: „Die meisten Menschen gießen ihre Pflanzen zu oft.“ So wie Mutter Frieda Schäfler. Sobald ihre Orchideen die Blätter hängen ließen, folgte der Griff zur Gießkanne. Die unerfreulichen Folgen für Falterorchidee, Frauenschuh oder Vanda, die als Aufsitzerpflanzen keine nassen Füße vertragen, waren Land unter, verfaulte Wurzeln und im schlimmsten Fall das Ende.

Orchideenliebhaber will’s wissen

Jürgen Schäflers Ehrgeiz als Orchideenliebhaber war geweckt. Er begann zu überlegen, tüfteln, konstruieren. „Ich wollte es meiner Mutter einfacher machen. Sie sollte bis zu den Wurzeln sehen können, und diese sollten genügend Freiraum haben, um zu wachsen.“ Orchideen kaufen, ersaufen lassen, entsorgen und einfach durch neue Pflanzen ersetzen – damit soll endgültig Schluss sein. „Der Ständer ist vor allem für Leute gedacht, die ihre Orchideen jahrelang pflegen, hegen und behalten wollen“, berichtet Jürgen Schäfler. Den Prototypen fertigte er aus Bambusstäben, heute ist der mittlerweile geschützte Orchitop-Orchideenständer aus Kunststoff – und made in Germany. Die Produktion hat der Langenargener Uwe Sehler mit seiner Firma für Werkzeug- und Kunststofftechnologie übernommen.

Die Abstände zwischen den einzelnen Stäben sind so gewählt, dass die Wurzeln sich weder mit diesen verwachsen können, noch sich verjüngen müssen, um hindurch zu gelangen. „Das heißt, dass die Orchidee ohne Probleme wieder aus dem Ständer entnommen werden kann“, betont der Erfinder. Nötig könnte das werden, wenn zum Beispiel Schädlinge wie Schnecken oder Wollläuse die Pflanze befallen und sich im Orchideensubstrat verstecken. Die Pflanze wird dann nach oben aus dem Ständer gehoben, das Substrat behandelt oder ausgetauscht. Mutter Frieda freut sich mittlerweile sehr über ihre prachtvollen Exoten – und das dauerhaft. „Das Experiment ist gelungen“, stellt Jürgen Schäfler zufrieden fest.

Zu haben ist der Orchitop-Orchideenständer bislang in ausgewählten Filialen des Gartencenters Dehner, im Samenhaus-Gartencenter Fleischer in Grünkraut bei Ravensburg und bei Blumen Meschenmoser. Ein Versandhandel ist geplant. Aufgestellt werden kann er in einem Übertopf, in einem Untersetzer oder in einer Schale, es gibt ihn in den Farben metallic-grün, perlmut, kupfer, transparent und gold. Seine Maße: 165 Millimeter Höhe, 115 Millimeter Innen- und 127 Millimeter Außendurchmesser. Der Preis: zehn Euro.

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