Oberdorfer gehen es bunt und fröhlich an

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Andy Heinrich

„Grottabach – AHOI!“, Oberdorf feiert die fünfte Jahreszeit. Viele Schaulustige haben am Samstagnachmittag die närrische Metropole vor den Toren Langenargens besucht und sich schunkelnd und ausgelassen fröhlich am geselligen Treiben erfreut. Kommunalpolitische und gesellschaftliche Themen, wie fehlende Busse in Apflau, die Wildschweinplage aber auch der vakante Vorsitz der heimischen Sportfreunde samt rußenden Affenskandal bei VW, standen dabei ebenso im Fokus wie die Forderung älterer Damen nach mehr Sex.

Hunderte Schaulustige, große und kleine Mäschkerle, vor allem aber einfallsreiche und phantasievoll ausgeschmückte Themenwagen rund um das Lokalkolorit des laut Einheimischen schönsten Dorfes am Bodensee haben am Samstag das kunterbunte Defilee vor und um das Dorfgemeinschaftshaus bestimmt. Zuvor hatten die strammen Männer der Funkenbuaba den wohl prächtigsten und größten Narrenbaum vor dem Dorfgemeinschaftshaus ins rechte Lot gesetzt. Die vielen fröhlichen Zuschauer, reichlich Musik, auf jeden Fall zahlreiche teilnehmende freie und organisierte Gruppen, die sich den Problemchen des Alltags annehmen und diese großartig mit Hilfe von Mottowagen ins Bild setzten, sorgten in der heimlichen Hauptstadt am Rande des Argentals für einen lustigen Fasnetsumzug.

Mit einem guten Schuss Patriotismus und reichlich Gespür für das angeblich Wesentliche, schaffte es die heimliche Polit-Hochburg vor den Toren Langenargens gnadenlos Lacher und neckische Lästerlichkeiten zu entlocken. Da riefen die Bauern um Chef-Jäger Andreas Hofer zum vermehrten Verzehr von Wildschweinen auf, die Sportfreunde Oberdorf machten sich ob der Nicht-Kandidatur von SFO-Chef Michi Zell für eine digitale „VirtuZell“- Lösung stark, bevor die Wasserburger Freunde für ihren RTL-Bauern eine neue Frau suchten, die „alten Schachteln“ mehr Geschlechtsverkehr forderten und die Jungs von der Feuerwehr den VW-Abgastest mit Affen recht rußig ins Visier nahmen: „Hat der Affe CO², ist das Leben schnell vorbei.“

Feiermarathon bis in die Nacht

„Grottabach-AHOI!“, riefen die Fasnets-Protagnisten ohne Unterlass, nachdem Moderatorin Iris Rosenblüth die illustre Schar charmant und gekonnt auf die bevorstehenden Stunden eingestimmt hatte. Der Feiermarathon setzte sich schließlich im Oberdorfer Dorfgemeinschaftshaus sowie in der Feuerwehrhalle mit einem kurzweiligen Bühnenprogramm bis weit in die Nacht munter fort. Als gäbe es keine Morgen mehr oder keine Wildschweine, oder keinen Sex.

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