Letzter Auftritt des Boxteams

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Die Trainer Thomas Schuler, Valeri Quade und Ümit Bekler (Bildmitte) hoffen, in Arbon möglichst viele eigene Boxer in den Ring
Die Trainer Thomas Schuler, Valeri Quade und Ümit Bekler (Bildmitte) hoffen, in Arbon möglichst viele eigene Boxer in den Ring schicken zu können. (Foto: ded)
Jochen Dedeleit

Seit dem letzten Kampfabend, dem dritten für das vom Baden-Württembergischen Boxverband (BVBW) verstärkten Boxteam Langenargen, ist die Chance für die Mannschaft von Thomas Schuler auf einen neuerlichen Gesamtsieg im Bodensee-Cup dahin. Der Sieger des ersten länderübergreifenden Wettbewerbs droht die dritte Auflage sieglos zu beenden. Für Schuler jedoch kein Problem: „Ich habe den Cup schon einmal gewonnen, unser Ziel ist es, den Zuschauern guten Boxsport zu präsentieren“, so der Vorsitzende des Boxteams vor dem zweiten Vergleich mit der Boxgemeinschaft Ostschweiz. Dass dies mit seinen eigenen Boxern möglich ist, will der Mariabrunner am Samstagabend in Arbon beim letzten Auftritt 2017/2018 beweisen.

„Wie konntet ihr nur gegen die Schweiz verlieren?“, rief Toni Schrott, Verantwortlicher des österreichischen Leistungszentrums West seinem Gegenüber Thomas Schuler nach dem 8:8 des Boxteams in Dornbirn noch zu. Thomas Schuler weiß bis heute keine Antwort, zumal die Eidgenossen 2017 einige Boxer wie etwa Davide Faraci an das Profilager verloren haben. Die Antwort könnte sein, dass der BVBW seine Faustkämpfer wie auch nun wieder an vielen Schauplätzen einsetzen muss. So steht dieser Tage der international renommierte Montana Cup in Frankreich wie auch die U17-DM in Binz auf dem Programm. Die Bundesliga läuft ebenfalls noch und die U22-EM in Rumänien ging eben erst mit dem Gewinn zweier Bronzemedaillen für Baden-Württembergs Boxer zu Ende.

„Wir müssen auf unserer Sitzung des 4. Bodensee-Cups darüber diskutieren, ob wir Boxer aus ganz Süddeutschland einsetzen dürfen“, so Thomas Schuler, der mitansehen musste, dass die eingesetzten Faustkämpfer der Schweiz und Österreichs dieses Mal in der Mehrzahl die Oberhand behielten – auch wenn die Kämpfe die Boxfans (zumeist) begeisterten. Ein weiterer Wermutstropfen: Nachdem der Cup lediglich in seinen ersten beiden Auflagen vom Kleinprojektefonds der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) gefördert wurde, sind nicht nur für das Boxteam Langenargen aufgrund der beiden Auswärtskämpfe die Kosten gestiegen.

Entgegenkommen des Arbeitgebers

Dieses Mal geht es in das Kulturzentrum Presswerk in Arbon, wo die Langenargener mit rund einem Dutzend Boxern und Trainern aus ganz Baden-Württemberg aufschlagen. Beim Auswärtskampf in Zürich letzte Saison durfte Thomas Schuler allein für vier Fahrzeuge vier (Jahres-)Vignetten in Österreich und der Schweiz lösen. „Ohne unsere 17 Sponsoren wäre dies nicht zu bewerkstelligen“, weiß Schuler. Der Hauptkommissar darf auch auf das Entgegenkommen seines Arbeitgebers zählen. Ohne Gegnerin ist auch dieses Mal Schulers „Kollegin“ Melike Meddur – wie auch die anderen Faustkämpferinnen des Boxteams Jacqueline Brugger und Selin Zabunoglu, die Nichte von Ümit Bekler, der wie Schuler und Valeri Quade nun auch im Besitz des Trainer-C-Scheins ist.

Weltergewichtler Kushtrim Mahmuti wird in Arbon auf seinen 55. Triumph im 66. Kampf losgehen, der Gegner steht allerdings noch nicht endgültig fest. Die Schweizer haben sich auf eine große Abordnung aus Kaufbeuren verlassen, die jedoch vor wenigen Tagen ihre komplette Mannschaft für Arbon zurückgezogen hat. Nachwuchs-Bantamgewichtler Secho Ayküz aus Lindau soll nach seiner starken Vorstellung in Dornbirn ebenso wieder zum Einsatz kommen – wie auch die Halbweltergewichtler Urim Veseli und Kushtrims Bruder Shpejtim. Auch auf den Freiburger Daniel Kornmeier, seines Zeichens vierfacher Landesmeister, und auf den Singener Thomas Halfinger setzt Schuler wieder. Ein Höhepunkt des Abends, der um 18 Uhr beginnt, dürfte der Vergleich zwischen dem namhaften Auer Wesley Faes und Landesmeister Fredi Knorpp aus Giengen werden.

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