Langenargener Museum setzt in Zukunft auch auf zeitgenössische Kunst

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Museumsleiter und Vereinsvorsitzender Ralf Michael Fischer freut sich über die erste Leihgabe für die Jahresausstellung 2020: ei
Museumsleiter und Vereinsvorsitzender Ralf Michael Fischer freut sich über die erste Leihgabe für die Jahresausstellung 2020: eine besondere Kopie eines Werkdes von Hans Purrmann, Schüler, Freund und Zeitgenosse von Henri Matisse. (Foto: oej)
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Der Museumsverein hat sich vor Kurzem im Schulfoyer zu seiner Hauptversammlung getroffen. In seiner Eröffnungsrede wies Ralf Michael Fischer als erster Vorsitzender, Kurator und Museumsleiter auf schwindende Mitgliederzahlen und einen erhöhten Spendenbedarf hin. „Jüngere und aktive Mitglieder sind dringend gefragt“, stellte er vor 20 etwa Besuchern fest und forderte zur Mitgliederwerbung auf.

Der Museumschef zog positive Bilanz der diesjährigen Jahresausstellung unter dem Titel „Reflexionen des Naiven“ zur Kunst von Jan Ballet. Besonders bedankte sich Ralf Michael Fischer für viele Leihgaben. Der Museumsleiter wies darauf hin, dass man an Veränderungen arbeite. So sei es gelungen, mit Hilfe von Sybille Binder und Gerda Höfer Kinder für die Kunstausstellung zu begeistern. Als Privatdozent an der Universität Tübingen habe er zudem akademisches Publikum sowohl ins Museum als auch zur kunsthistorischen Erschließung Langenargens gebracht, berichtete Fischer. Weitere Bausteine seien der Museumstag mit Modellierworkshop von Annette Weber und der Kunstpark am See gewesen. So möchte Kurator Fischer erreichen, dass Langenargens Museum besser wahrgenommen wird.

Unterstützt worden ist der Werbezug durch die Renovierung und Erweiterung des Museumsshops sowie Bänke für die Kunstbetrachtung. Auch bei der Archivarbeit arbeite man sich voran, referierte der Museumsleiter, denn die Gemälde werden aktuell mit Passepartouts gesichert, auch die fotografische Erfassung sowie die Erfassung aller Kunstwerke mit dem Computer laufe.

Für das kommende Jahr kündigte Fischer weitere Schritte an – und verwies auf die Notwendigkeit entsprechender Investitionen. Dazu bedürfe es auch Spenden, Subventionen und Leihgaben. Der Museumsleiter rief dazu auf, sich nicht auf Bewährtem auszuruhen. Als zukünftige mögliche Strategien sehe er sowohl Kooperationen zum Beispiel mit der Kressbronner „Lände“ oder den Ravensburger Museen. Wandlungen und Ausbau forderte Ralf Michael Fischer für die Museumssammlung: „Die bestehende Sammlung soll nicht statisch sondern lebendig sein.“ Das möchte er mit verschiedenen Projekten erreichen, vom Umhängen bis zu flankierenden Ergänzungen mit Leihgaben. Dazu gehörten auch Perspektiven mit zeitgenössischer Kunst von Küntslern, die am Bodensee und besonders in Langenargen lebend. Damit hofft der Museumschef, verstärkt jüngeres Publikum zu begeistern.

Kuratorischer Doppel-Sandkasten

Einen Arbeitstitel für die nächste Jahresausstellung gibt es auch schon, der lautet: „Hans Purrmann – im künstlerischen Dialog.“ Dabei soll der Künstler nicht nur mit seinen Werken, sondern auch mit der Kunst von Weggefährten und Freunden gewürdigt werden. Man arbeite gerade an der Entwicklung: „Mit einem kleinen kuratorischen Doppel-Sandkasten für Sammlung und Ergänzung.“ Dafür sole das gesamte Haus mit Leihgaben von Künstlern vom Bodensee ergänzt werden. Zum Abschluss dankte Fischer seinem Vize Reinhold Terwart und den anderen Vorstandskollegen, allen Spendern, Leihgebenden und vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern.

Den Kassenabschlussbericht 2018 stellte Schatzmeister Heinz Blankenhorn vor. Ausweisen ließ sich ein Überschuss in Höhe von 1300 Euro bei einem Gesamtbestand von 109 000 Euro. Jahreseinnahmen und -ausgaben hielten sich mit um die 50 000 Euro die Wage. Die größte Ausgabe waren rund 18 000 Euro für die Ausstellung Köster-Caspar. Bei den Einnahmen fielen die Mitgliedsbeiträge mit 17 500 Euro ins Gewicht. Spenden gab es in Höhe von 4500 Euro, der Gemeindebeitrag ist mit 6500 Euro gleich geblieben.

Walter Stumpp hat mit Joachim Zodel die Kasse geprüft, erwähnte ebenfalls rückläufige Mitgliederzahlen auf unter 1600 Beitragszahler sowie eine rückläufige Tendenz bei Spenden. Die Entlastung erfolgte einstimmig. Bürgermeister Achim Krafft beurteilte positiv, dass Impulse gesetzt worden seien – auch für Kinder und Jugendliche.

Sicher ist sich der Langenargener Rathauschef, dass die Kooperation fortgesetzt werde: „Das ist unser Museum.“ Außerdem sei die Gemeinde Eigentümer des Museumsgebäudes. Der Bürgermeister sicherte in Hinblick auf bauliche Notwendigkeiten und Maßnahmen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden müssen, die Unterstützung der Gemeinde zu.

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