Langenargener Brautpaare pflanzen Hochzeitsbäume

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Mit ihren Hochzeitsbäumen bekräftigen die Langenargener Brautpaare (links Standesbeamter Marcel Vieweger und Gemeindegärtner Nor
Mit ihren Hochzeitsbäumen bekräftigen die Langenargener Brautpaare (links Standesbeamter Marcel Vieweger und Gemeindegärtner Norbert Herter) ihr Liebesbekenntnis. (Foto: ANDY HEINRICH)

Drei Brautpaare, die sich 2017 in Langenargen auf dem Standesamt das Ja-Wort gegeben haben, pflanzten jetzt im Bereich des Gewerbegebietes Bildstock ihre Hochzeitsbäume. „Mit diesem symbolischen Akt bekräftigen Sie ihre Liebe und tragen dazu bei, dass unsere wertvolle Kulturlandschaft erhalten bleibt“, sagte Gemeindemitarbeiter und Standesbeamte Marcel Vieweger zu seinen Gästen.

Seit 1994 gibt es in Langenargen den Brauch, Hochzeitsbäume zu pflanzen. Laut Marcel Vieweger wurden mittlerweile an sechs verschiedenen Standorten insgesamt 219 dieser seltenen Hochstammbäume gesetzt, wobei die Aktion auch in diesem Jahr von Gemeindegärtner Norbert Herter fachmännisch im Vorfeld vorbereitet und während der Bepflanzung begleitet wurde.

„Die Hochzeitsbäume sind in Langenargen sehr beliebt. Wir verwenden hierfür ausschließlich Hochstämme alter Sorten, meist Apfelbäumchen. Die alten Gattungen werden immer seltener und sterben verstärkt aus, da Sonderkulturen diese verdrängen“, betonte Vieweger am vergangenen Donnerstag. Norbert Herter fügte hinzu, dass für größere Raubvögel später eigens zwischen den Apfelbäumen Hochstangen aufgestellt würden, damit sie von dort aus auf Mäuse Ausschau halten und diese jagen könnten.

Erinnerung an großen Tag

Für Vögel und Insekten in der oberschwäbischen Kulturlandschaft seien gerade diese raren Sorten von unschätzbarem Wert, sie gelte es, unbedingt zu erhalten und zu schützen. Laut Vieweger erzielt die Gemeinde mit der Hochzeitsbaumaktion zwei Effekte: „Neben dem ökologischen Gesichtspunkt und dem Beitrag zur Erhaltung der heimischen Kulturlandschaft, dürfen Sie sich heute in Langenargen verewigen und stets an diesen großen Tag erinnern.“

Erfreut zeigten sich die Paare darüber, dass sie die Früchte der Hochzeitsbäume freilich selber ernten dürfen, sobald diese soweit seien, wie der Standesbeamte versicherte. Er zitierte im Anschluss Leo Tolstoi: „Die Kraft des Gedankens ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst, sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben der Menschen.“

Nach einer Einführung in die Technik des Bepflanzens durch Norbert Herter und der Übergabe der Urkunden und Namensschildchen hieß es dann für die Damen und Herren, mit Spaten, Gießkanne und etwas Schweiß auf der Stirn Hand anzulegen, um die noch recht zarten Pflanzen in ihren vorgesehenen Standort setzen.

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