Langenargener Bürgerstiftung wünscht sich ein „Stiftungshäusle“

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Karl-Heinz Butscher berichtet über die Arbeit des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Langenargen.
Karl-Heinz Butscher berichtet über die Arbeit des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Langenargen. (Foto: ah)
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Über die Arbeit der Bürgerstiftung hat vor Kurzem Vorstandsvorsitzender Wolfgang Pflaumer auf der Stifterversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Oberdorf berichtet. Um auch in Zeiten des Niedrigzinsniveaus Einnahmen zu generieren, wünscht sich die gemeinnützige Einrichtung eine Immobilie im Bestand, ein „Bürgerstiftungshäusle“

In seinen Ausführungen über das zurückliegende Geschäftsjahr berichtete Wolfgang Pflaumer über Aktionen und Aktivitäten der Bürgerstiftung, wie die Unterstützung des Zirkusprojektes der Franz-Anton-Maulbertsch-Schule mit 2500 Euro, ein Zuschuss für die Tribüne des TV02 (3000 Euro), eine Zuwendung in Höhe von 500 Euro für die Vesperkirche und weitere Gelder für den heimischen Sozialdienst und verschiedene Veranstaltungsreihen. „Somit konnten wir seit 2013 etwa 24 000 Euro an die verschiedenen Empfänger stiftungszweckgebunden weiterleiten. Eine stolze Summe“, betonte Pflaumer.

Um die Außendarstellung der Stiftung weiter auszubauen, habe man zudem unter dem Slogan, „Die Bürgerstiftung lädt ein“, regelmäßig Führungen und Besichtigungen angeboten. „Das Format mit vier Veranstaltungen im Jahr hat sich bewährt und ist auch 2018 auf reges Interesse gestoßen“, so der Vorsitzende. Auch in 2019 wolle man zu unterschiedlichen Themen einladen.

Strenge Spielregeln

Finanzexperte Erhard Bücheler stellte mit Blick auf die anhaltende Nullzinsphase fest, dass es nach wie vor schwierig sei, Erträge aus dem Stiftungskapital zu erwirtschaften. „Vor allem die Einhaltung der durch die Satzung vorgegebenen Spielregeln, die eine konservative und sichere Anlagestrategie vorgeben, gleichzeitig aber fordern, Einnahmen und Erträge zu generieren, ermöglichen uns strategisch nur wenig Raum.“

Die Vermehrung des Vermögens lasse sich nur durch risikobehaftete Anlagen verwirklichen, also über eine genau überlegte Diversifikation. Die recht überschaubare Rendite liege bei bescheidenen zwei Prozent des Stiftungskapitals, „Tendenz sinkend“, stellte Bücheler fest und verglich die Situation mit der Quadratur des Kreises. Wie bereits angekündigt, habe man daher die Anlagestrategie mit Anleihen und gemischten Fonds, mit Aktien und Immobilienfonds samt den liquiden Mitteln in Zusammenarbeit mit weiteren Finanzexperten neu ausgerichtet.

Erhard Bücheler: „Ob diese Entscheidung richtig war, werden wir in der Retrospektive sehen. Aktuell beträgt unser Vermögen 233 957 Euro, ein Plus von rund 9000 Euro gegenüber 2018.“ Was wirklich helfen würde, wäre ein Stiftungshäusle, eine Immobilie im Bestand, die regelmäßige Einnahmen garantiere. „Vielleicht schenkt, stiftet oder vererbt uns ja jemand ein solches Bürgerstiftungshäusle. Und überhaupt, auf unseren Konten wäre noch Platz für mehr.“ Nach dem Bericht über die Arbeiten des Stiftungsrates, den dessen Vorsitzende Karl-Heinz Butscher übernahm, erfolgte die einstimmige Entlastung des Rates.

Wolfgang Pflaumer stellte für 2019 Zuwendungen für den Seniorennachmittag, den Kinderaktionstag, und den Verein Kinder der Erde in Aussicht. Die Aufforderung des Vorsitzenden: „Bringen Sie uns Vorschläge, wen wir unterstützen können. Die Heimatpflege, der Denkmalschutz, Natur-, Umwelt-, und Landschaftsschutz wie auch die Wissenschaft und Forschung wurden beispielsweise noch nicht bedacht.“

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