Langenargen spricht sich klar gegen Fracking aus

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Langenargen verfasst eine Resolution gegen Fracking. (Foto: dpa)
stellv. Regionalleiterin

„Nicht alles, was machbar ist, muss auch gemacht werden“: Die Meinung des Gemeinderats der Freien Wähler, Dr. Herbert Löffler, zum Thema Fracking ist eindeutig. Er und seine Fraktion hielten es für leichtfertig, sollte das Risiko eingegangen werden, das die Erdgasgewinnung unter Einsatz von Chemikalien mit sich bringe.

„Wir tragen nicht nur die Verantwortung für Langenargen, sondern darüber hinaus auch für den Bodensee“, betonte der Gemeinderat, der hauptberuflich stellvertretender Leiter und Sprecher des Instituts für Seenforschung in Langenargen ist. Und weil die Freien Wähler mit ihren Bedenken ganz und gar nicht alleine dastehen, stimmte der Gemeinderat am Montag einer Resolution zu, in der sich das Gremium deutlich gegen das Fracking-Verfahren ausspricht.

Zuvor hatte Guido Köberle vom Regionalverband Bodensee-Oberschwaben in der Sitzung am Montagabend dem Gremium in einem Vortrag erläutert, dass seine Instanz „der ganzen Geschichte sehr kritisch gegenüber steht“. Momentan sei lediglich das Stadium der Aufsuchung erreicht. Das heißt: Zwei Firmen haben die Erlaubnis, in unserer Region das Material auszuwerten, das bereits vorhanden ist.

Für weitere Untersuchungen, seien neue Genehmigungen nötig, unter anderem das zwingende Einvernehmen der zuständigen Wasserbehörde. Was den Regionalverband besonders stört: Es gebe keine Aussagen zum Schutz oberirdischer Trinkwasserspeicher – und das vor dem Hintergrund, dass am Bodensee mehr als 4,5 Millionen Trinkwassernutzer hingen. Außerdem sei nicht klar, was mit den Chemikalien im Untergrund passiere.

„Wir sind eine Fremdenverkehrs-, aber keine Erdgasförderregion“, lautete das Fazit des CDU-Gemeinderats Bernd Kleiser. Außerdem sei eine Gefährdung des Trinkwassers und der Lebensmittelproduktion nicht auszuschließen. Und Gertrud Reiß von der SPD fügte hinzu: „Wir müssen Druck machen, damit dieses Verfahren in ganz Deutschland nicht angewendet werden darf.“

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