Langenargen nimmt Landungssteg unter die Lupe

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Bevor saniert wird, soll erst eine geotechnische Untersuchung den Zustand von Mole und Landungssteg ans Tageslicht bringen.
Bevor saniert wird, soll erst eine geotechnische Untersuchung den Zustand von Mole und Landungssteg ans Tageslicht bringen. (Foto: ah)
Freier Mitarbeiter

Früher oder später müssen Landungssteg und Mole ganz offensichtlich erneuert werden. In seiner Sitzung am Montagabend hat der Gemeinderat einstimmig die Erstellung einer geotechnischen Untersuchung als Grundlage für ein Sanierungskonzeptes abgesegnet. Die Begutachtung soll ungefähr 54 000 Euro kosten.

Wie bereits die Schlossmauer werden auch die alte Mole samt Landungssteg einer geotechnischen Untersuchung unterzogen. Hintergrund ist die Tatsache, dass der gesamte Bereich dringend saniert werden muss. Dadurch, dass am Hafen ein neues Geländer aufgestellt und außerdem der Arboner Platz überholt werde, sei die Frage nach der Standfestigkeit der Hafenmole zu klären, erklärte Bürgermeister Achim Krafft. „Der niedrige Wasserstand hat deutliche sichtbare Schäden, wie beispielsweise Unterhöhlungen, an der Hafenmauer ans Tageslicht gebracht.“

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Gemeinderat Albrecht Hanser von den Freien Wählern (FW) wollte wissen, wer eigentlich Eigentümer des zu sanierenden Bereiches sei. Eigentümer ist die Gemeinde Langenargen, antwortete der Bürgermeister. Und nicht etwa die Bodensee-Schuffsbetriebe (BSB), die den Landungssteg nutzen. „Leider“, schließlich sei mit enormen Kosten für die Sanierung des denkmalgeschützen Bereiches zu rechnen.

Kernbohrungen geplant

Bei einer Begehung mit externen Experten sei zudem herausgekommen, dass abschnittweise in der Vergangenheit bereits Sanierungsmaßnahmen zur Sicherung des Molenfußes stattgefunden haben müssen. Eine weitere kurzfristige und einfache Beseitigung der Risse und Aushöhlungen sei laut Verwaltung allerdings nicht möglich und sinnvoll. Als Grundlage für ein Konzept müsse man vielmehr eine geotechnische Untersuchung der Mole, aber auch des Seegrundes entlang der Mauer des Landungsstegs vornehmen.

Wie den Ausführungen in der Sitzung zu entnehmen war, sollen horizontal und vertikal Kernbohrungen an verschiedenen Stellen der äußeren Hafenmauer und des anschließenden Landestegs Erkenntnisse zu Mauerdicke, Mauerfestigkeit, Gründungstiefe und Baugrund unter der Mauer sowie im rückwärtigen Verankerungsbereich bringen. „Am Landungssteg ist die Untergrundsituation unter der freistehenden Mauer von Interesse. Hierzu werden drei Kernbohrungen unmittelbar am innenseitigen Molenfuß bis in den tragfähigen Untergrund vorgeschlagen“, teilt die Geotechnik GmbH mit, die schließlich beauftragt wurde.

Drucksondierungen und Laboruntersuchungen an Sonderproben vervollständigten die Klassifizierung der Böden und die Bewertung der bautechnischen Eigenschaften. Der geotechnische Untersuchungsbericht wird schließlich die Erkenntnisse aus den Felduntersuchungen vorstellen, die Notwendigkeit der Sanierung abstecken und die hierzu machbaren, bautechnischen Verfahren erläutern.

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