Langenargen hat jetzt 15 neue Defibrillatoren

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Nicht groß aber lebensrettend sind die AED-Defibrillatoren. Gut gelaunt präsentieren sie zum Projektstart im Langenargener Ratss
Nicht groß aber lebensrettend sind die AED-Defibrillatoren. Gut gelaunt präsentieren sie zum Projektstart im Langenargener Ratssaal (von links) Johanna Ziegler, Lothar Wölfle, Roman Wocher, Achim Krafft, Marcel Vieweger und Angelo Sapia. (Foto: oej)
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Zum Startschuss haben sich die Verantwortlichen der Hilfsaktion gegen den Herztod, allen voran Landrat Lothar Wölfle, am Freitag im Ratssaal Langenargens versammelt. Dabei ging es ums Projekt „Herzsichere Gemeinde“ beziehungsweise um den „Kampf gegen den Herztod“. Dafür sollen an mindestens 15 Standorten in der Gemeinde für insgesamt 45 000 Euro Defibrillatoren mit neuester Technik (AED) installiert werden.

Die Kosten für einen Standort liegen bei rund 3000 Euro, davon liegt das Gerät allein schon bei 1100 Euro. Fünf sind schon installiert, weitere zehn erfolgten zeitnah, freute sich der Landrat. Damit seien rund um die Gemeinde die wichtigsten Standorte vom Schulzentrum über den Strand bis zur Seniorenwohnanlage abgedeckt. Die wichtigen Schulungen und eine Kooperation mit lokalen Hilfsorganisationen übernimmt laut Kooperationsvertrag die Björn Steiger Stiftung, samt einem Anteil von rund 18 000 Euro an Kosten für die „Herzsichere Pilotgemeinde Langenargen“. Dazu kommt Unterstützung bei der Akquise von und Suche nach weiteren Spendern und Partnern. Außerdem sind von Gemeindeseite 10 000 Euro im Haushaltsplan 2019 eingestellt, für weitere 17 000 Euro hofft man auf Unterstützung von Spendern und örtlichen Stiftungen. Bürgermeister Achim Krafft betonte, er sehe viele positive Aspekte, nicht zuletzt auch durch die Motivation der Bürger, sich mit Erster Hilfe auseinander zu setzen. Die Koordination, Überwachung und Wartung der Standorte erfolge über das Ordnungsamt. Dazu habe es einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderates gegeben.

Erste Gemeinde der Region

Angelo Sapia, Projektkoordinator bei „Kampf dem Herztod“ der Björn Steiger Stiftung erläuterte die Funktionsweise der lebensrettenden Geräte. Anerkennung gab es für Landrat Wölfle und Marcel Vieweger von der Gemeinde Langenargen. Sapia lobte, Langenargen habe es als erste Gemeinde der Region in kürzester Zeit überhaupt zu dieser Dimension der Hilfsausstattung gebracht. Der Koordinator betonte, dass man bei der Bedienung quasi nichts falsch machen könne: „Es ist kein Hexenwerk, damit zu helfen“. Und 100 000 Herztote jährlich seien ein starkes Argument hier gegenzusteuern. Vier Jahre betreut die Stiftung das Langenargener Projekt. Damit die Geräte nicht zweijährlich eingeschickt werden müssen, werden nach einem sonntäglichen Selbsttest der Geräte Ordnungsamtsmitarbeiter oder Standortbetreuer montags eine Funktions-Sichtprüfung durchführen. Wie von Landrat Wölfle zu erfahren war, hofft er, dass sich Geräte, Schulungen und die Aktion gegen den Herztod auch in weiteren und größeren Kommunen entsprechend durchsetzen werde, wo das Bewusstsein noch nicht so weit entwickelt sei, wie in Langenargen. Denn es sei nicht allein die Beschaffung entscheidend, sondern auch die Schulungen, die der Bevölkerung das notwendige Wissen für schnelle Hilfe vermittle.

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