Langenargen bekommt Fischereimuseum

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Im Gebäude der ehemaligen See-Apotheke in der Oberen Seestraße 17 soll ein Fischereimuseum eingerichtet werden.
Im Gebäude der ehemaligen See-Apotheke in der Oberen Seestraße 17 soll ein Fischereimuseum eingerichtet werden. (Foto: ANDY HEINRICH)
Freier Mitarbeiter

Einstimmig haben die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Dienstag den Beschluss gefasst, in Langenargen ein Fischereimuseum einzurichten und zu etablieren. „Als ehemaliges Fischerdorf sind wir so eng mit der Geschichte dieses Berufsstandes verbunden. Mit Blick auf den Generationenwechsel, aber auch auf die immer schwieriger werdende wirtschaftliche Lage unserer Berufsfischer ist es wichtig, diesen Berufsstand, diese Kultur am Bodensee, auch museal zu erhalten“, sagte Bürgermeister Achim Krafft.

Hintergrund des Vorhabens ist die Tatsache, dass jüngst ein „Förderverein Fischereimuseum Langenargen“ ins Leben gerufen wurde. „Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, unter anderem den Erhalt noch vorhandener, traditioneller Fischereiutensilien auszustellen, die Erinnerung an die regionale Tradition der Berufsfischerei zu wahren, aber auch den Blick in die Zukunft sowie die Informationen über im See vorhandene Fischarten und deren Zucht zu erklären und zu präsentieren“, führte Bürgermeister Achim Krafft in der Sitzung aus.

Museum soll in Apotheke ziehen

Als geeignetes Gebäude für das Museum hat der Förderverein laut Aussage die ehemalige Apotheke in der Oberen Seestraße 17 neben dem Kreisverkehr gewinnen können. „Aufgrund der Lage im Zentrum und der guten Zugänglichkeit unweit vom See und der Promenade ist das eine Toplage für unser Vorhaben“, sagte Vereinsbeisitzer Harald Thierer gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“. Wichtig sei nun laut Bürgermeister Achim Krafft, seitens der Verantwortlichen ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Dieses sehe bislang vor, mithilfe historischer, vorhandener und neuer Fanggeräte und anderer Exponate der Fischereibetriebe sowie Bilder und Dokumente die Fischerei im Wandel, insbesondere seit der Bregenzer Übereinkunft 1893 aufzuzeigen.

Der vorgesehene Projektzeitraum soll ab 1. Mai fünf Jahre dauern und als Pilotphase gesehen werden. „Zum Projektende muss geprüft werden, ob und wie das Museum in den Dauerbetrieb überführt werden kann“, erläuterte Bürgermeister Krafft. Als Investitionskosten – unter anderem Ausstellungsvitrinen, Präsentationstafeln, Bilderschienen, Laptop, Flachbildschirme, Beamer, Aquarium – sind für das laufende Jahr 50 000 Euro eingeplant, wobei diese Anschubfinanzierung laut Vorlage vom Land aus Mitteln der Fischereiabgabe komplett übernommen wird.

Gemeinde als Mieter

Da die Gemeinde als Mieter des Gebäudes auftreten wird, rechnet man mit jährlichen Miet- und Mietnebenkosten von 18 000 Euro, wobei die Verwaltung vom Gemeinderat beauftragt wurde, weitere Drittmittel zu akquirieren. „Eine fantastische Sache für Langenargen und ein Mehrwert mit Alleinstellungsmerkmal. Damit bringen wir den Einheimischen, aber auch unseren Gästen den Beruf und die Kultur der Fischerei greifbar näher“, freuten sich die Räte fraktionsübergreifend.

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