Königlich: WM-Titel bleibt am See

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Olaf E. Jahnke

Die Crews der 8mR-Yachten haben am letzten Wettfahrttag auf dem Bodensee vor Langenargen einmal mehr Spannendes erlebt, denn Wettfahrtleiter Rudi Magg hat nach einiger Wartezeit doch noch zwei Wettfahrten gestartet. So sind die Gewinner des „Aguti-Classic-Cups“ und hartnäckigen Verfolger von der „Yqem II“ mit Steuermann Jean Fabre aus der Schweiz noch einmal bis auf einen Punkt herangekommen. Der führenden österreichischen „Conquistador“ mit dem Bregenzer Skipper Werner Deuring war die Weltmeisterschaft jedoch nicht mehr zu nehmen.

Nur das brasilianische Team hatte sich schon verabschiedet – es schien, als habe die Fußball-WM-Niederlage auch die Segler betrübt. Nach dem sportlichen Wettbewerb auf der Bahn bis zur letzten Minute ging es am Samstag folglich mit etwas Verspätung an die Meisterfeier im Festzelt am BMK-Yachthafen. Reichlich Pokale und Preise erwarteten die siegreichen Skipper und Crews, dazu Gruß- und Dankesreden der Verantwortlichen und Organisatoren vom Yacht Club Langenargen. Viel Beachtung fand der kurze Auftritt von Regatta-Ikone und Wettfahrtleiter Rudi Magg. Mit Abschluss der Weltmeisterschaft soll seine Tätigkeit als Wettfahrtleiter beendet sein, verkündete er, was das Publikum mit stehendem Applaus bedachte.

Beifall gab es auch für das Siegerteam der „Conquistador“, die als Gesamtweltmeister und „Gruppe Modern“ siegten. Gefeiert wurden ebenso die Gewinner der Klassenwertungen, wie der Schweizer Angelo Mazzarella mit „Carron II“ in der „Gruppe Neptun“, der Finne Harri Schoschier, auch Dritter in der Gesamtwertung, kam mit seiner Crew auf „Luna“ in der „Gruppe Sira“ zum Sieg. Den Titel in der „First Rule“ holte einmal mehr der Lindauer Andi Lochbrunner mit seinem Zweimaster „Elfe II“. Bestes deutsches Schiff auf Platz vier war die „Wyfern“ mit Skipper Eckhard Kaller vom Yacht-Club Meersburg.

Majestätische Zufriedenheit

Der frisch gekürte Achter-Weltmeister Deuring sagte nach der Siegerehrung im SZ-Gespräch: „Die ‚Conquistador’ ist neu, und damit konnten wir schließlich wie geplant auch punkten. Aber wir waren ja auch mit der gleichen internationalen Crew in der alten Sira-Klasse in den vergangenen Jahren ebenfalls erfolgreich bei der WM. Das haben wir jetzt praktisch in Neuauflage wiederholt.“ Und damit hat Skipper Werner Deuring mit seiner internationalen Crew Dan Slater, Markus Sagmeister, Michael Seifarth, Reinhard Brucker und Thomas Schaffler den Weltmeistertitel der 8mR-Klasse wieder an den See geholt. Vize-Weltmeister und Konkurrent Jean Fabre aus Genf bilanzierte: „Das war knapp, das Wunder blieb aus – aber wir sind dennoch sehr zufrieden – auch mit der ganzen Veranstaltung.“

Zufrieden schien auch der prominenteste Gast des YCL bei der Weltmeisterschaft, König Harald V. von Norwegen. Seine Majestät konnte mehrfach mit vorderen Plätzen punkten, holte immerhin den fünften Platz in der Gesamtwertung von 23 gewerteten Booten und verpasste nur ganz knapp den zweiten Platz in der Gruppe „Sira“.

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