König Harald macht Urlaub in Langenargen

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„God dag, Kong Harald“: Mitte Juni hat der Monarch (Mitte) mit seiner Frau Sonja noch auf den Lofoten Stockfisch betrachtet. In
„God dag, Kong Harald“: Mitte Juni hat der Monarch (Mitte) mit seiner Frau Sonja noch auf den Lofoten Stockfisch betrachtet. In Langenargen, wo seit Montag am Gondelhafen die norwegische Flagge weht, geht es wohl eher um Bodenseefelchen. (Foto: Berit Roald)
stellv. Regionalleiterin

Königlicher Besuch am Bodensee: Dass seine Yacht „Sira“ für die Weltmeisterschaft der Achter angemeldet ist, die am kommenden Montag startet, hat längst die Runde gemacht. Jetzt steht außerdem fest, Harald von Norwegen gibt sich höchst persönlich die Ehre und segelt bei dem World Cup mit, den der Yacht Club Langenargen ausrichtet. Sein königliches Haupt bettet der 81-Jährige zwischen den Wettfahrttagen im Hotel Löwen, wo er vor drei Tagen eincheckte.

Wer am Langenargener Gondelhafen ausnahmsweise nicht auf den schönen Bodensee oder in Richtung schmuckes Schloss Montfort schaut und dafür den Blick etwas hebt, sieht sie am Masten wehen: die Fahne mit dem dunkelblauen Kreuz mit weißer Kontur auf rotem Grund. Auch König Harald sollte die norwegische Flagge entdecken, wenn er aus dem Fenster lugt, denn er ist quasi gegenüber im Löwen abgestiegen.

Bodensee ist „fantastic“

Was auf dem Speiseplan des hohen Besuchs steht, welche Sonderwünsche er hat, wie viele Sicherheitsleute mitreisen oder ob Königin Sonja und/oder Kronprinz Haakon mit seiner Frau Mette-Marit den Monarchen begleiten – dazu will Hotelchef Reinhold Buck zu diesem Zeitpunkt allerdings nichts sagen und verweist verständlicherweise auf das skandinavische Königshaus. Dazu gehört irgendwie ein sehr freundlicher Mann namens Dag, der den König offenbar begleitet und telefonisch versichert, dass der Bodensee und Langenargen „fantastic“ sind, aber direkt danach bittet, für weitere Auskünfte in Norwegen anzurufen.

WM in der ersten Juliwoche vor Langenargen
Vom 1. Bis 7. Juli richtet der Yacht Club Langenargen die Weltmeisterschaft der 8mR-Yachten aus.

Die Folge: Etwa 1600 Kilometer entfernt hebt Sven Gj. Gjeruldsen, ein Sprecher des königlichen Hofes ab und bestätigt: Harald ist am Bodensee, weil er an der Achter-WM teilnimmt. Der passionierte Segler, der schon bei olympischen Spielen am Start war, bleibt bis zum Ende der Regatta, also bis 7. Juli. Der Anlass ist nicht offiziell, sondern rein privat, teilt der Sprecher noch mit. Soll heißen: König Harald von Norwegen macht Urlaub in Langenargen.

Mit dem Zuschauerboot ins Regattagebiet

Was ihn beim World Cup erwartet, der einmal im Jahr ausgetragen wird, weiß der 81-Jährige. Zum einen, weil er selbst regelmäßig um den Titel kämpft. Zum anderen fand die Weltmeisterschaft 2017 in Hankø in Norwegen statt – zu Ehren Haralds, der 80 Jahre alt wurde. In diesem Jahr richtet der Yacht Club Langenargen (YCL) von 1. bis 7. Juli den Wettbewerb aus. Auf dem Programm stehen viele Wettfahrten, bei denen sich etwa 25 elegante Yachten messen, die bis zu 90 Jahre alt sind. Bereits am Wochenende, 30. Juni und 1. Juli, organisiert der YCL den „Aguti Classic Cup“, bei dem etwa 40 Boote verschiedener Klassen am Start sind.

Und nicht nur das: Im „Race-Village“ im BMK-Yachthafen stehen am Wasser ein Zelt mit Platz für bis zu 450 Menschen und Terrasse mit Blick auf die Liegeplätze der Yachten sowie Getränke- und Essensstände bereit. Außerdem fährt für Zuschauer das Boot „Seelöwe“ vom Gemeindehafen Langenargen aus in das Regattagebiet. Für alle, die dabei eine royale Erscheinung haben: „Guten Tag, König Harald“ heißt auf norwegisch „God dag, Kong Harald“.

Für Monarchen gelten dieselben Regeln

Seit Wochenbeginn ist auch König Harald V. von Norwegen am Bodensee und trainiert mit seiner Crew auf der „Sira“ für die Weltmeisterschaft der 8mR-Yachten im Yacht Club Langenargen (YCL). „Das ist für unseren Club, die Gemeinde Langenargen und den ganzen Segelsport am Bodensee eine große Ehre“, sagt YCL-Präsident Roel van Merkesteyn. König Harald ist auch Ehrenkommodore der Internationalen Klassenvereinigung IEMA (International Eight Metre Association). Die „Sira“ wurde laut YCL 1938 für dessen Vater, König Olav, gebaut. Im Alter von zwei Jahren war der Kronprinz zum ersten Mal an Bord. Segeln spielt im Leben von Harald eine große Rolle, heißt es auf der Homepage der IEMA (www.8mr.org). Er ist dreimaliger Olympia-Teilnehmer (1964, 1968, 1972).

Die WM-Teilnehmer freuen sich, sich einmal mehr mit dem Spitzensegler messen zu können. „Er segelt nach denselben Regeln, wie wir alle“, betont van Merkesteyn. Nur sicherheitstechnisch hat der Monarch eine „Sonderrolle“. Da die Teilnahme an der WM privater Natur ist, bittet der YCL um respektvolle Zurückhaltung. Eine öffentliche Veranstaltung ist nicht geplant. Als Zuschauerboot – mit nur wenigen Plätzen – fährt der „Seelöwe“ vom Gemeindehafen ins Regattagebiet. Die Abfahrtszeiten sind jeweils um 11, 13 und 15 Uhr. Die gleichen Zeiten gelten für das Wochenende, wenn beim „Aguti Classic Cup“ etwa 40 klassische Yachten starten.

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