Hotelbetreiber wollen sich neu ausrichten

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Schwäbische Zeitung
Andy Heinrich

Nachdem im Gemeinderat das Vorhaben des Eigentümers – im Seevital Hotel Schiff zur Seeseite hin einen Außen-Swimmingpool mit entsprechendem Sichtschutz an der Uferpromenade zu bauen – kontrovers und überwiegend ablehnend diskutiert wurde, gibt es nun seitens des Antragstellers ein Umdenken. Der Pool ist erst mal vom Tisch, der Ausbau des Wellnessbereichs samt Café und Restauration soll nun Priorität genießen.

Auch im Seehotel Litz, das ebenfalls der Familie Bosch gehört, werden laut Aussage derzeit technische, optische aber auch flächenmäßige Veränderungen vorgenommen wie im ehemaligen „La Brise“.

In den vergangenen fünf Jahren hatte Boris Bosch gemeinsam mit seiner Ehefrau in Langenargen besagte Hotels an die Hotel Litz GmbH, dessen Mehrheitsgesellschafter Michael Atassi war, verpachtet. Im November 2014 kaufte die Familie Bosch die Mehrheitsanteile zurück und betreibt beide Stätten seither als familiengeführtes Unternehmen.

Neustart für beide Hotels

Mit seinen Visionen und Veränderungen stießen Boris Bosch und sein damaliger Partner nicht immer auf Verständnis in der breiten Öffentlichkeit, zudem bemängelten Gäste vielfach das Service-Verständnis des Personals. All dies soll nun aber der Vergangenheit angehören. „Beide Hotels werden eine neue Kultur erfahren, die richtungsweisend sein wird“, betont Inhaber und Betreiber Boris Bosch.

So habe man ernsthaft zur Kenntnis genommen, dass der Gemeinderat aber auch Teile aus der Bevölkerung nicht geschlossen hinter dem Swimmingpool stünden. „Es war für mich letztlich eine Bestärkung, dass dieses enorm kostenintensive Projekt die Bürger von Langenargen bewegt. Wir haben zugehört und reagiert“, ergänzt Boris Bosch.

Auch war er nie mit der Schwimmbad-Lösung hin zum Uferweg zufrieden, „...aber wie hatten ja außer der Terrasse keine Alternative“, sagt der Unternehmer, der nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro in die beiden Häuser investiert hat. „Wir werden nun als Familienunternehmen auftreten und dies auch nach außen für jedermann sichtbar machen. Nicht zuletzt verpflichten wir uns mit unserem Namen, bestmögliche Qualität und Kundenzufriedenheit anzubieten.“

Wellness als Urlaubsziel

Künftig soll die Gesundheit noch mehr im Mittelpunkt des Seevital Hotel Schiff stehen. Mit umfangreichen Umbau- und Modernisierungs-maßnahmen wolle man zum Top-Hotel mit einer noch großzügigeren und professionellen Wellnessoase avancieren, auch, so Bosch, „um dem Leitgedanken der Gemeinde, eine ganzjährige Urlaubsdestination zu sein, gerecht zu werden“. Die große Veränderungsmaßnahmen wolle man ab diesem Winter in Angriff nehmen.

In der Bürgerschaft sehr positiv dagegen wird die Absicht der Familie Bosch gesehen, den Außenbereich gegenüber dem Zollhaus aufzuwerten. Wie Boris Bosch versicherte, werde man die gesamte eigene Fläche zu einem gastronomischen Gesamtkonzept hin führen, welches noch nie da war. „Sie werden überrascht sein und das Eck nicht mehr wiedererkennen, versprochen“, so der Hotelier.

Bald soll auch das ehemalige Café „La Brise“ in neuem, modernen und stilvollen Glanz im Innen- wie auch im Außenbereich seine Türen öffnen. „Ab Ostern 2015 können sich die Gäste vom neuen Konzept selbst überzeugen und dann ihr eigenes Urteil bilden“, verspricht Bosch, und: „Absolute Kundenzufriedenheit wird das Leitbild der Familie Bosch sein. Fakt ist: Es gab verschiedene Auffassungen über die Ausrichtung und Führung der Häuser. Den Fehlern der Vergangenheit, die seitens der damaligen Geschäftsführung gemacht wurden, werden wir mit aller Konsequenz begegnen und dafür sorgen, dass Langenargen mit unseren beiden Hotels samt Restauration, Café und Brasserie (Bar-Café-Konzept mit gehobener Produktqualität und erweitertem Speisenangebot, Anm. der Redaktion) einen deutlichen Mehrwert erfahren wird“, ist sich Boris Bosch sicher. Auch habe sich die Philosophie geändert: „Nicht mehr Wachstum um jeden Preis, sondern Qualität und Nachhaltigkeit werden das Ziel sein“, betont Boris Bosch.

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