Hohe Wassertemperaturen setzen Bachforelle zu

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Fischereibiologe Roland Rösch sieht den Grund des Fischesterbens in der Argen vor einigen Wochen nicht im Zusammenhang mit dem K
Fischereibiologe Roland Rösch sieht den Grund des Fischesterbens in der Argen vor einigen Wochen nicht im Zusammenhang mit dem Klimawandel ,sondern im Eintrag von ätzenden Chemikalien. (Foto: ANDY HEINRICH)
Freier Mitarbeiter

Der diesjährige Sommer ist in aller Munde. Über Monate hinweg überdurchschnittlich hohe Temperaturen haben dazu geführt, dass heimische Gewässer wenig oder gar kein Wasser mehr führen und die dort beheimatete Fauna und Flora darunter stark leidet. „Die Fische reagieren, je nach Art, unterschiedlich empfindlich auf die erhöhte Wassertemperatur. Gefährdet ist vor allem die Bachforelle“, sagte Roland Rösch, Fischereibiologe und stellvertretender Leiter der Fischereiforschungsstelle in Langenargen (FFS) des Landes Baden-Württemberg.

Ein Sommer, wie er schöner nicht sein könnte. Doch die langanhaltende Hitzeperiode hat auch ihre Schattenseiten. Weil viele Gewässer bereits einen kritischen Pegel erreicht haben, hat das Landratsamt Bodenseekreis Ende Juli ein generelles Verbot der Wasserentnahme aus den Oberflächengewässern im Kreis angeordnet, welches zunächst bis 15. September andauern soll.

Es fehlt an Sauerstoff

Über verschiedene Medien ist in diesem Zusammenhang über ein Fischsterben auch in den heimischen Fließgewässern berichtet worden. Kontroverse Diskussionen und teils nicht richtig wiedergegebene Fakten sorgten dabei für Verwirrung. Fischereibiologe Rösch: „In der Diskussion um das aktuelle Fischsterben ist es wichtig, zwischen den einzelnen Fischarten zu unterscheiden. So verträgt die Bachforelle eine maximale Wassertemperatur von 23 Grad, während die Äsche eine Obergrenze von 25 Grad, Barben, Rotaugen und Karpfen dagegen bis zu 30 Grad aushalten. Je weniger Wasser in einem Bach oder Fluss fließt, desto schneller heizt sich dieser auf und es bilden sich sogenannte Gumpen, die sich schnell und drastisch erwärmen können. Es fehlt an gewissen Stellen schließlich schlichtweg an Sauerstoff. So lässt sich auch der Verlust der temperaturempfindlichen Bachforellen und Äschen in der Argen und in anderen Gewässern erklären“, sagt der Experte, stellt zugleich aber auch fest: „Bei den meisten toten Fischen, die auf einem rund zehn Kilometer langen Abschnitt in der Argen im Bereich zwischen Badhütten und der Argenmündung Mitte Juli gefunden wurden, handelte es sich vermehrt um Jungfische. Diese starben aus unserer Sicht an einer ätzenden Flüssigkeit, die im Gewässer nachgewiesen werden konnte. Die erhöhte Wassertemperatur hat das Sterben höchstens beschleunigt.“

Im Gegensatz zu den Bächen und Flüssen, hätten laut Rösch die Fische im Obersee keine Probleme mit der Wärme: „Die Tiere schwimmen einfach dorthin, wo es kühler ist, wo sie sich wohlfühlen, aber auch Nahrung finden.“ Für Klimaexperten aber auch den Fischereibiologen stehe dagegen fest, dass man mit extremen und intensiven Wetterperioden wie 2003 oder in diesem Jahr vermehrt rechnen müsse.

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